ServiceNow Aktie: 18% Crash trotz Gewinnschlag

ServiceNow verzeichnet trotz Umsatzplus von 22 Prozent den größten Kurseinbruch der Firmengeschichte. Geopolitische Risiken und Margendruck belasten die Aktie.

ServiceNow Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt um 22 Prozent
  • Größter Kurssturz der Unternehmensgeschichte
  • Geopolitische Spannungen bremsen Wachstum
  • KI-Produktlinie Now Assist wächst stark

Ein Quartalsbericht, der auf dem Papier überzeugt — und trotzdem den größten Kurseinbruch der Unternehmensgeschichte auslöst. ServiceNow verlor am Donnerstag rund 18 Prozent und fiel auf etwa 85 Dollar. Der Markt strafte nicht die Vergangenheit ab, sondern die Zukunft.

Geopolitik drückt auf die Wachstumszahlen

Das erste Quartal 2026 lief operativ solide. Der Gesamtumsatz stieg um 22 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzungen. Subscription-Erlöse wuchsen im gleichen Tempo auf 3,67 Milliarden Dollar.

Allerdings offenbarte das Unternehmen einen störenden Faktor: Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten bremste das Subscription-Wachstum um 75 Basispunkte. CFO Gina Mastantuono bestätigte, dass mehrere große Regierungsaufträge in der Region — sogenannte On-Premise-Deals — wegen der geopolitischen Lage verschoben wurden. CEO Bill McDermott rechnet damit, dass diese Verträge im Jahresverlauf noch abgeschlossen werden. Das aktuelle verbleibende Auftragsvolumen (cRPO) lag bei 12,64 Milliarden Dollar, ein Plus von 22,5 Prozent — für viele Investoren dennoch zu wenig.

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Margendruck durch Übernahme und Preismodell-Wandel

Der zweite Belastungsfaktor trifft tiefer: ServiceNow prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 eine Non-GAAP-Subscription-Bruttomarge von 81,5 Prozent — der Markt hatte 82,1 Prozent erwartet. Diese Lücke klingt klein, wiegt aber schwer bei einem Unternehmen, dessen Bewertung auf Margenstärke basiert.

Einen Teil des Drucks erzeugt die Übernahme des Cybersicherheitsanbieters Armis, die am 20. April für 7,75 Milliarden Dollar abgeschlossen wurde. Die Integration belastet die Free-Cash-Flow-Marge um rund 2 Prozentpunkte. Hinzu kommt ein struktureller Wandel: Mehr als die Hälfte des Neugeschäfts läuft inzwischen über nutzungsbasierte Preismodelle — ein Modell, das die traditionellen Margenprofile des Unternehmens verändert.

KI-Wachstum als Gegengewicht

Das Bild ist nicht durchweg negativ. ServiceNow hob die Jahresprognose für Subscription-Erlöse auf eine Spanne von 15,735 bis 15,775 Milliarden Dollar an. Das ACV-Ziel für die KI-Produktlinie „Now Assist“ stieg von einer auf 1,5 Milliarden Dollar.

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Die Nachfrage nach generativer KI wächst spürbar: Die Zahl der Kunden, die mehr als eine Million Dollar für Now Assist ausgeben, legte um über 130 Prozent im Jahresvergleich zu. Im Quartal schloss ServiceNow 16 Deals mit einem Netto-Neuvolumen von jeweils mehr als 5 Millionen Dollar ab — 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wall Street senkt Kursziele

Die Kursverluste zogen eine Welle von Zielpreisanpassungen nach sich. Goldman Sachs senkte sein Ziel von 188 auf 163 Dollar, Jefferies von 175 auf 135 Dollar — beide behalten positive Ratings. KeyBanc ist skeptischer: Die Bank stuft die Aktie mit „Underweight“ ein und sieht das Kursziel bei 85 Dollar, mit Verweis auf das schwächere cRPO und die Margenrisiken.

Mit dem aktuellen Kurs liegt die Aktie rund 52 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Am 4. Mai findet der Analyst Day des Unternehmens statt — dort dürfte ServiceNow versuchen, die Frage zu beantworten, wie sich der KI-Preismix langfristig auf die Margenstruktur auswirkt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.