ServiceNow hat seit seinem 52-Wochen-Hoch über 30 Prozent an Wert eingebüßt – nicht wegen schwacher Geschäftszahlen, sondern weil die gesamte Softwarebranche unter Druck steht. Am Freitag fiel die Aktie um rund 4 Prozent auf knapp unter 100 Dollar. Der nächste große Test kommt am 29. April: die Quartalszahlen für Q1 2026.
Starke Fundamentaldaten, schwaches Sentiment
Der Rückgang spiegelt eine sektorweite Neubewertung wider. Auslöser war laut Reuters ein Kurssturz bei Softwareaktien, nachdem Anthropic KI-Plugins für seinen Claude-Agenten vorstellte – die Sorge: Autonome KI könnte Aufgaben übernehmen, für die Unternehmen bislang teure Softwarepakete kaufen. Die Branche verlor dabei fast eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung.
ServiceNow selbst lieferte zuletzt solide Zahlen. Der Umsatz wuchs 2025 um 20,9 Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis stieg um 43 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar, der freie Cashflow erreichte 4,6 Milliarden Dollar – eine Marge von 34,5 Prozent. Für 2026 erwartet das Management ein Abonnementumsatzwachstum von rund 20 Prozent in konstanten Währungen.
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Trotzdem fiel die Aktie nach der Jahresprognose weiter, weil Anleger die strukturelle Frage stärker gewichten als die aktuelle Wachstumsdynamik.
Neue Produkte, erste Kundenreferenzen
Parallel zur Marktturbulenzen hat ServiceNow sein Produktportfolio ausgebaut. Mit „Autonomous Workforce“ bringt das Unternehmen KI-Spezialisten auf den Markt, die eigenständig Unternehmensaufgaben übernehmen sollen. Zwei Monate nach der Übernahme von Moveworks folgte „EmployeeWorks“ – eine Kombination aus konversationeller KI, Unternehmenssuche und automatisierten Workflows, die laut Unternehmensangaben für rund 200 Millionen Mitarbeiter weltweit ausgelegt ist.
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Frühe Ergebnisse klingen beeindruckend: Über 90 Prozent der IT-Anfragen von Mitarbeitern sollen automatisch bearbeitet werden, mit einer 99-prozentigen Beschleunigung bei der Fallbearbeitung. Erste Kunden sind CVS Health, die Stadt Raleigh und Siemens Healthineers.
Was der 29. April entscheiden wird
Das durchschnittliche Analystenpreisziel liegt bei 187,94 Dollar – rund 67 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Eine große Mehrheit der Analysten hält an einer Kaufempfehlung fest.
Am 29. April nach US-Börsenschluss legt ServiceNow seine Q1-Zahlen vor. Analysten erwarten einen Quartalsumsatz von 3,74 Milliarden Dollar. Entscheidend wird sein, ob die neuen KI-Produkte bereits messbare Beiträge zu Wachstum und Margen liefern – denn genau das ist der Kern der Debatte, die den Kurs seit Monaten belastet.
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