ServiceNow: Analyst Day am 4. Mai als Katalysator

ServiceNow verzeichnet starke Quartalszahlen, leidet aber unter geopolitischen Verzögerungen und Margendruck durch Übernahmen.

ServiceNow Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatzplus von 22 Prozent im ersten Quartal
  • Kurseinbruch trotz solider Geschäftszahlen
  • Großaufträge im Nahen Osten verzögert
  • Analystentag am 4. Mai mit KI-Fokus

Ein Quartalsbericht mit starken Zahlen — und trotzdem ein Kurseinbruch von fast 18 Prozent. Bei ServiceNow klaffen Fundamentaldaten und Marktreaktion derzeit weit auseinander.

Am 26. April legte die Aktie um 5,5 Prozent auf 90,25 Dollar zu. Das federt den Absturz vom 23. April nur teilweise ab. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 39 Prozent zu Buche.

Starke Zahlen, schwache Stimmung

Im ersten Quartal erzielte ServiceNow einen Umsatz von 3,77 Milliarden Dollar — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie traf die Erwartungen exakt. Trotzdem reagierten Anleger mit Verkäufen.

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Der Auslöser: Verzögerungen bei Großaufträgen im Nahen Osten. Sie belasteten das Wachstum um 75 Basispunkte. CEO Bill McDermott betonte zwar, das Unternehmen erfülle weiterhin die „Rule of 50″ — Umsatzwachstum und Gewinnmarge summieren sich auf über 50 Prozent. Der Markt bewertet Cloud-Software-Aktien gerade neu, weil KI traditionelle Preismodelle unter Druck setzt.

Institutionelle kaufen, Shortseller auch

Institutionelle Investoren haben ihre Positionen zuletzt deutlich ausgebaut. Das Teachers Retirement System of Kentucky etwa erhöhte seinen Bestand im vierten Quartal 2025 um 445 Prozent auf 274.000 Aktien. Die institutionelle Gesamtquote liegt bei 87 Prozent.

Auf der anderen Seite stieg das Short-Interesse um 30 Prozent. Rund 38,95 Millionen Aktien sind leer verkauft — etwa 3,8 Prozent des Streubesitzes. Kein Wunder: Die Bewertungsdebatte bei SaaS-Unternehmen ist in vollem Gange.

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Akquisitionen belasten Margen

ServiceNow hat die Übernahme des Sicherheitsanbieters Armis für 7,75 Milliarden Dollar abgeschlossen. Das stärkt das Sicherheitsportfolio, drückt aber die operativen Margen im laufenden Geschäftsjahr um 200 Basispunkte. Ferner schloss das Unternehmen die Akquisition von Veza ab und genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Dollar.

Analysten und der Blick auf den 4. Mai

Der Analystenkonsens lautet „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 146,65 Dollar. Goldman Sachs setzt das Ziel bei 163 Dollar, KeyBanc deutlich konservativer bei 85 Dollar. Die Aktie pendelt derzeit zwischen 84 und 103 Dollar.

Der nächste konkrete Termin: der Analyst Day am 4. Mai 2026. Dort will das Management Klarheit über die Nachfrage nach „Now Assist“ schaffen — dem KI-gestützten Produkt, dessen Neuvertragsvolumen zuletzt mehr als verdoppelt hat. Wie schnell Unternehmen dieses Angebot annehmen, dürfte maßgeblich beeinflussen, ob die Aktie ihren Boden gefunden hat.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.