Die EU-Kommission nimmt den chinesischen Online-Händler Shein ins Visier. Am Dienstag leitete Brüssel ein formelles Verfahren gegen das E-Commerce-Unternehmen ein – Grundlage ist das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act). Die Vorwürfe wiegen schwer: Neben dem Verkauf illegaler Produkte, darunter kindlich aussehende Sexpuppen, geht es auch um das suchterzeugende Design der Plattform und mangelnde Transparenz der Empfehlungssysteme.
Auslöser der Untersuchung waren Meldungen französischer Behörden aus dem Jahr 2025, die auf der Plattform Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs entdeckt hatten. Shein verwies damals darauf, dass solche Angebote von Drittanbietern stammten. Doch damit nicht genug: Zeitweise konnten Kunden auch genehmigungspflichtige Waffen und Medikamente über die Plattform erwerben.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Shein?
Frankreich gescheitert, Brüssel aktiv
Die französische Regierung hatte Ende Dezember 2025 versucht, Shein für drei Monate zu sperren – scheiterte aber vor Gericht. Die Richter werteten eine Blockade als ungerechtfertigte Beeinträchtigung der unternehmerischen Freiheit. Nun übernimmt die EU-Kommission. „In der EU dürfen illegale Produkte nicht vertrieben werden – egal, ob sie in einem Ladenregal oder auf einem Online-Marktplatz stehen“, stellte EU-Kommissarin Henna Virkkunen klar.
Bereits im November 2025 hatte Brüssel ein formelles Auskunftsersuchen an Shein übermittelt. Die Behörde fordert nun Zugang zu internen Dokumenten und weiterführenden Informationen. Im Fokus stehen drei Bereiche: der Verkauf illegaler Produkte, das möglicherweise suchterzeugende Design durch Punkte- und Belohnungssysteme sowie die Intransparenz der Algorithmen, die Nutzern Produkte vorschlagen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Shein?
Millionenstrafe droht
Shein zeigt sich kooperativ. Das Unternehmen betont, in den vergangenen Monaten erheblich in die Plattformsicherheit investiert zu haben. „Wir teilen das Ziel der Kommission, ein sicheres und vertrauenswürdiges Online-Umfeld zu gewährleisten“, heißt es in einer Stellungnahme. Besonders bei altersbeschränkten Produkten habe man die Schutzmaßnahmen beschleunigt.
Die Einleitung des Verfahrens bedeutet laut EU-Kommission noch nicht, dass ausreichend Beweise für einen Regelverstoß vorliegen. Wie lange die Untersuchung dauert, ist offen – das Gesetz setzt keine Frist. Sollten die Ermittler jedoch Verstöße feststellen, kann Shein mit Geldbußen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes belegt werden. Eine Sperrung der Plattform gilt als letztes Mittel und ist eher unwahrscheinlich. Shein kann durch Zugeständnisse die Bedenken der Behörde ausräumen und ein Bußgeld vermeiden.
Shein-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shein-Analyse vom 17. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Shein-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shein-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Shein: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


