Die Straße von Hormus ist blockiert, die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit 2022 geklettert — und Shell-Chef Wael Sawan sieht vorerst kein Ende der Engpässe. Seine Warnung: Öl- und LNG-Knappheit könnten bis 2027 anhalten.
Blockade treibt Preise auf Mehrjahreshoch
Seit Beginn des Konflikts sind rund 900 Millionen Barrel Öl durch die Blockade ausgefallen. Brent-Rohöl sprang daraufhin um mehr als sieben Prozent auf knapp 120 Dollar je Barrel — der höchste Wert seit 2022. Analysten von Goldman Sachs beziffern den aktuellen Abbau der globalen Ölvorräte auf 11 bis 12 Millionen Barrel täglich, ein Rekordtempo.
Die geopolitische Lage bleibt verfahren. Die US-Regierung lehnte zuletzt ein iranisches Angebot zur Aufhebung der Seeblockade ab, weil kein neues Atomabkommen vorliegt. Bei einem Treffen mit führenden Energiemanagern — darunter Chevron-Vertreter — am 29. April diskutierte Sawan die Möglichkeit, dass die Blockade noch mehrere Monate andauern könnte.
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Produktion sinkt, Strategie dreht nach Kanada
Operativ spürt Shell die Verwerfungen im Gasgeschäft. Für das erste Quartal 2026 erwartet der Konzern eine Produktion im integrierten Gassegment von 880.000 bis 920.000 Barrel Öläquivalent pro Tag — nach 948.000 im Vorquartal ein spürbarer Rückgang. Ein Brand im Chemiewerk Norco in Louisiana am 28. April ist inzwischen gelöscht; größere Folgeschäden blieben aus.
Als Reaktion auf die globalen Lieferrisiken hat Shell seine Präsenz in stabileren Förderregionen ausgebaut. Die 16,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme von ARC Resources sichert dem Konzern kostengünstige Produktion in Kanadas Montney-Formation und stärkt das LNG-Exportterminal in Kanada. Sawan zufolge war der Deal zwei Jahre lang in Vorbereitung.
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Analysten bleiben optimistisch
Barclays und Jefferies bestätigten am 28. und 29. April ihre Kaufempfehlungen für Shell-Aktien und verwiesen auf die hohe Cashflow-Generierung im aktuellen Hochpreisumfeld. Das ist bemerkenswert, denn der Konzern hatte für das Gesamtjahr 2025 zwar einen Gewinn von 18,5 Milliarden Dollar gemeldet — aber auch einen Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als die Ölpreise noch deutlich niedriger lagen.
Die Aktie notiert bei rund 38 Euro und hat seit Jahresbeginn knapp 18 Prozent zugelegt. Mit einem RSI von fast 77 sendet der Titel allerdings ein deutliches Überkauft-Signal — Rücksetzer in Richtung des 50-Tage-Durchschnitts bei 37,66 Euro wären charttechnisch wenig überraschend. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung bleibt, wie sich die Lage in der Straße von Hormus entwickelt: Jede Entspannung würde den Ölpreis — und mit ihm die aktuelle Bewertungsprämie — schnell unter Druck setzen.
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