Der Ölkonzern Shell erlebt eine ungewöhnlich schwierige Woche. Der Aktienkurs fiel auf 35,67 Euro — ein Minus von 3,6 Prozent binnen sieben Tagen. Die Gründe liegen gleich an mehreren Fronten.

Ölpreise unter Druck

Rohöl der Sorten Brent und WTI fiel auf Dreimonatstief. Auslöser sind diplomatische Fortschritte rund um die Straße von Hormus. Die Hoffnung auf entspannte Lieferketten im Nahen Osten ließ die Ölpreise sinken. Europäische Energietitel gerieten daraufhin unter Druck.

Shell verlor vergleichsweise stark. Der Kurs liegt jetzt 13,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 41,32 Euro aus Ende März. Der RSI von 37,7 Punkten deutet auf eine Phase der Seitwärtsbewegung hin.

Aktienrückkauf pausiert

Ein zweiter Belastungsfaktor kommt hinzu. Shell setzte sein 3,0 Milliarden Dollar schweres Rückkaufprogramm aus. Die Pause läuft vom 12. Juni bis zum 14. Juli 2026. Grund sind regulatorische Auflagen für die geplante Übernahme von ARC Resources für 16,4 Milliarden Dollar.

Die Aktionäre von ARC Resources stimmen im Juli über den Deal ab. Shell stärkt damit seine Position im kanadischen Erdgasgeschäft. Das Unternehmen baut zudem seine Beteiligung am LNG-Canada-Projekt aus. Die ausstehenden Rückkäufe sollen später in die Programme für 2026 einfließen — vorausgesetzt der Vorstand stimmt zu.

Portfolio wird schlanker

Parallel dazu verfolgt Shell eine klare Strategie: verkaufen, was nicht zum Kerngeschäft zählt. Der Konzern verhandelt über den Verkauf seiner indischen Tochter Sprng Energy. Die Einheit hat eine Kapazität von 2,3 Gigawatt.

Laut Branchenkreisen peilt Shell eine Bewertung von rund 1,8 Milliarden Dollar an. Die Aditya Birla Group gilt als Interessent. Analysten sehen darin einen weiteren Schritt, das Erneuerbaren-Portfolio zu straffen. Der Fokus liegt auf Assets, die zur Kernstrategie passen.

Dienstag, 16. Juni 2026. Die Märkte warten nun auf die Quartalszahlen im Juli. Dann wird klar, wie Shell die Akquisition integriert und wann die Rückkäufe wieder starten.