Die kanadische Investmentbank RBC Capital Markets hat am Montag die Reißleine gezogen und Shell von „Outperform“ auf „Sector Perform“ herabgestuft. Gleichzeitig senkte das Institut das Kursziel von 3.600 Pence auf 3.200 Pence. Der Energiekonzern, der in den vergangenen Jahren noch als Favorit unter Europas Ölriesen galt, kämpft nun an mehreren Fronten gleichzeitig.
Die Aktie notierte zuletzt bei 2.687,50 Pence an der Londoner Börse – deutlich unter dem neuen Kursziel. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 158,5 Milliarden Pfund bei einem durchschnittlichen Handelsvolumen von knapp sechs Millionen Stücken täglich.
Chemiegeschäft unter Druck
RBC-Analyst Biraj Borkhataria sieht Shell „bergauf laufen“. Besonders das Chemiegeschäft bereitet Sorgen: Die Restrukturierung kommt nur schleppend voran, während die Marktbedingungen äußerst schwierig bleiben. Hinzu kommen anhaltende Probleme im Portfolio, die sich nur durch größere Transaktionen lösen lassen dürften.
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Auch im internationalen Gasgeschäft und im Handelsbereich – beides wichtige Standbeine für Shell – bläst den Briten ein rauer Wind entgegen. Die Bilanzstärke des Konzerns hat nachgelassen, was das Risiko erhöht, dass die Bewertung weiterhin mit einem Abschlag gehandelt wird.
Strategie mit Fragezeichen
Shells Management hatte die Investmentstory auf Wachstum beim freien Cashflow je Aktie ausgerichtet. Das sollte durch Umstrukturierungen und stabile Kerngeschäfte gelingen, mit LNG als Wachstumstreiber. Die Ölförderung soll lediglich gehalten, nicht aber ausgebaut werden.
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Doch die Rahmenbedingungen haben sich gewandelt. Seit dem Führungswechsel Anfang 2023 rückte das Thema Energiesicherheit wieder in den Fokus. Investoren schauen verstärkt auf Wachstumsperspektiven statt auf Ausschüttungen. Trotz eines Aktienrückkaufs von über 25 Prozent seit der Pandemie hat sich die Bewertung im Vergleich zum Sektor nicht verbessert.
Dividende als einziger Lichtblick?
Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 3,9 Prozent. RBC sieht im pessimistischen Szenario einen Kursrückgang auf 1.500 Pence – ein Minus von 40 Prozent. Im optimistischen Fall wären 4.100 Pence drin, was einem Anstieg von 57 Prozent entspräche.
Der Konzern, der jahrelang mit Kostendisziplin und starker Bilanz punktete, muss nun beweisen, dass die Strategie auch langfristig trägt. Die Anleger dürften kritischer auf die Portfolio-Qualität blicken – kurzfristige Aktionärsrenditen allein reichen nicht mehr aus.
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