Der Energiekonzern Shell hat am heutigen Mittwoch seinen Zwischenbericht zum dritten Quartal 2026 vorgelegt. Neben einer deutlichen Erhöhung der Förderprognose für das integrierte Gasgeschäft stellt das Management die Anleger auf mehrere Sonderposten im laufenden Zahlenwerk ein. An der Börse legte die Aktie heute um 0,5 Prozent auf 43,55 Euro zu.

Gasförderung übertrifft bisherige Prognose

Im Segment Integrated Gas hebt das Unternehmen die Produktionserwartung für das abgelaufene Jahresviertel spürbar an. Shell rechnet nun mit einer Fördermenge von 740.000 bis 780.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Zuvor lag die Zielspanne bei 570.000 bis 630.000 Barrel Öläquivalent täglich. In der aktualisierten Prognose sind auch Beiträge von ARC Resources berücksichtigt.

Vor gut einer Woche hatte eine Tochtergesellschaft bereits die finale Investitionsentscheidung für die zweite Ausbauphase von LNG Canada getroffen, die eine Verdopplung der Kapazität am Standort Kitimat vorsieht. Beim Handelsgeschäft mit Gas und Ölprodukten geht der Konzern für das dritte Quartal von Ergebnissen aus, die auf dem Niveau des Vorquartals liegen.

Die Raffineriemarge zog derweil auf 42 $ je Barrel an, nachdem sie im zweiten Quartal noch 24 $ betragen hatte. Laut Berichten von Reuters trugen Spannungen und Angebotsverknappungen im Nahen Osten zu diesem Anstieg bei.

Milliardenabfluss durch deutsche Emissionszertifikate

Dem operativen Rückenwind stehen im Zwischenbericht allerdings konkrete Belastungen gegenüber. Shell erwartet für das dritte Quartal Abschreibungen auf Explorationsbohrungen in Höhe von rund 0,3 Milliarden $. Zudem belastet ein Mittelabfluss von etwa 2,5 Milliarden $ die Liquidität. Dieser ergibt sich aus dem Zahlungszeitpunkt für deutsche Emissionszertifikate.

Gleichzeitig passte das Management den Ausblick für die Raffinerieauslastung an. Die Spanne liegt nun bei 93 bis 97 Prozent, während zuvor 93 bis 101 Prozent angepeilt worden waren. Analysten von RBC verwiesen am heutigen Mittwoch darauf, dass die höhere Upstream-Produktion zusammen mit den anhaltenden Handelsergebnissen den Cashflow stützen sollte.

Mit dem aktuellen Kurs notiert das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 43,73 Euro. Wie sich die gegenläufigen Effekte aus gestiegener Gasproduktion, starken Margen und Sonderbelastungen unterm Strich auf den Konzerngewinn auswirken, wird sich Ende des Monats zeigen: Die vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal will Shell am 29. Oktober vorlegen.