Shell hält das Tempo bei der Einziehung eigener Aktien hoch. Am Freitag erwarb das Unternehmen im Rahmen seines bestehenden Rückkaufprogramms 875.000 Papiere an der Londoner Börse LSE sowie 425.000 Anteile an der Euronext Amsterdam zur Vernichtung.
Die Transaktionen spiegeln sich unmittelbar in der Gesamtzahl der umlaufenden Anteile wider. Zum Stichtag am 30. September 2026 setzte sich das Grundkapital des Energiekonzerns aus 5.729.497.530 stimmberechtigten Stammaktien mit einem Nennbetrag von je 0,07 Euro zusammen.
Mittelzuflüsse flankieren Großprojekte
Die fortgesetzte Verringerung der Aktienanzahl fügt sich in die Neuausrichtung des Konzerns ein. Bereits vor rund einem Monat standen bei den Anlegern der Schuldenabbau und die Ausschüttungen im Mittelpunkt. Shell nutzt Verkäufe von Randaktivitäten, um Mittel für strategische Großprojekte bereitzustellen.
Vor rund zwei Wochen schloss Shell Offshore den Verkauf der 50-prozentigen, nicht-operativen Beteiligung an der Plattform Na Kika und den zugehörigen Feldern ab. Zusammen mit der Coulomb-Anbindung gingen die Anteile für rund 840 Millionen US-Dollar in bar an eine Tochter von Talos Energy und eine Ridgewood-Energy-Beteiligung.
Gleichzeitig investiert der Energiekonzern in das Segment Flüssigerdgas. Vor gut einer Woche fiel die finale Investitionsentscheidung für die zweite Ausbauphase von LNG Canada. Shell hält 40 Prozent an dem Vorhaben. Zwei zusätzliche Verflüssigungsstränge verdoppeln die Gesamtkapazität der Anlage von 14 auf 28 Millionen Tonnen jährlich.
Gasabkommen und offene Forderungen
Auch abseits der bestehenden Großanlagen ordnet Shell das Fördergeschäft. Mit der National Gas Company von Trinidad und Tobago einigte sich das Unternehmen auf kommerzielle Bedingungen für Gaslieferungen aus dem Aphrodite-Feld. Laut Reuters gilt dieser Schritt als wichtige Voraussetzung für das Projekt, bei dem die erste Förderung für das zweite Quartal 2027 angestrebt wird.
Auf der anderen Seite bleiben juristische Auseinandersetzungen präsent. Am Mittwoch nahm Kasachstan laut Reuters Vollstreckungsverfahren wieder auf, um eine Strafe von 2,3 Billionen Tenge gegen das Kashagan-Betreiberkonsortium NCOC einzutreiben. Die Forderung beläuft sich auf umgerechnet $5,22 Milliarden. Das Konsortium, dem auch Shell angehört, bestreitet die Vorwürfe und geht gegen die Zahlungsaufforderung vor.
Kurs notiert nahe Rekordmarke
Die Marktteilnehmer honorieren die Kombination aus Kapitalrückflüssen und fokussierten Investitionen. Am Freitag schloss das Papier bei 42,66 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Anstieg um 36 Prozent und bewegt sich damit in unmittelbarer Nähe ihres 52-Wochen-Hochs von 42,99 Euro.
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