Shell Aktie: Upstream stark, Downstream enttäuscht

Shells Quartalszahlen zeigen ein geteiltes Bild: Die Produktion von Öl und Gas legt zu, während das Marketing- und Chemiegeschäft durch Steuereffekte und schwache Margen belastet wird.

Shell Aktie
Kurz & knapp:
  • Fördermenge steigt auf bis zu 1,94 Millionen Barrel
  • Marketing und Chemie-Sparte verzeichnen deutliche Verluste
  • Raffinerieauslastung übertrifft Erwartungen deutlich
  • Operativer Cashflow durch Sonderbelastungen geprägt

Der britisch-niederländische Ölkonzern hat am 8. Januar 2026 seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und liefert ein gemischtes Bild. Während die Fördermengen zulegen, trüben schwache Margen und Steuereffekte die Aussichten im nachgelagerten Geschäft.

Produktion klettert trotz Umstrukturierung

Die Upstream-Sparte meldet für das Schlussquartal 2025 eine Fördermenge zwischen 1,84 und 1,94 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Das sind bis zu 110.000 Barrel mehr als im dritten Quartal (1,83 Millionen). Bemerkenswert: Die Prognose schließt bereits die Auswirkungen der Adura-Joint-Venture-Eingliederung mit ein. Auch die LNG-Verflüssigungsmengen sollen auf 7,5 bis 7,9 Millionen Tonnen steigen – gegenüber 7,3 Millionen Tonnen im Vorquartal.

Die operativen Ausgaben im Upstream-Segment werden zwischen 2,1 und 2,7 Milliarden Dollar erwartet, die Abschreibungen zwischen 2,4 und 3,0 Milliarden. Die Steuerbelastung könnte mit 1,4 bis 2,2 Milliarden Dollar niedriger ausfallen als im dritten Quartal (1,9 Milliarden).

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Marketing und Chemie unter Druck

Deutlich weniger erfreulich sieht es im nachgelagerten Geschäft aus. Das Marketing-Segment rechnet mit Verkaufsmengen von 2.650 bis 2.750 Kilobarrel pro Tag – ein spürbarer Rückgang gegenüber den 2.824 Kilobarrel im dritten Quartal. Das bereinigte Ergebnis soll unter dem Vorjahreswert liegen, belastet durch eine nicht zahlungswirksame Anpassung latenter Steuern in einem Joint Venture.

Im Bereich Chemikalien und Produkte wird die Lage noch angespannter. Die Chemiesparte steuert auf einen erheblichen Verlust zu – ebenfalls getrieben durch latente Steuereffekte in einem Gemeinschaftsunternehmen. Die Chemiemargen geben von 160 Dollar pro Tonne auf 140 Dollar nach. Das Gesamtsegment Chemikalien & Produkte soll im vierten Quartal unter der Gewinnschwelle bleiben.

Cashflow-Belastungen im Blick behalten

Der operative Cashflow wird durch mehrere Sondereffekte geprägt. Rund 1,5 Milliarden Dollar fließen für die zeitliche Verschiebung von Emissionszertifikaten nach dem deutschen Brennstoffemissionshandelsgesetz ab. Hinzu kommen die üblichen 1,2 Milliarden Dollar für deutsche Mineralölsteuern. Das Working Capital könnte sich zwischen minus 3 und plus 1 Milliarde Dollar bewegen.

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Nach Abschluss des kanadischen Ölsand-Tauschs sinkt die Produktion in diesem Bereich auf nur noch etwa 20.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Künftige Cashflows aus dem Adura-Joint-Venture werden als Dividenden fließen – deren Zeitpunkt bestimmt das Gemeinschaftsunternehmen selbst.

Raffinerien laufen besser als erwartet

Eine positive Überraschung liefert die Raffinerie-Auslastung: Mit 93 bis 97 Prozent liegt sie deutlich über der ursprünglichen Prognose von 87 bis 95 Prozent. Die Raffineriemargen verbessern sich von 12 auf 14 Dollar pro Barrel. Die Chemieauslastung kommt mit 75 bis 79 Prozent ebenfalls besser als zunächst befürchtet.

Der Handelsbereich Trading & Optimisation wird im vierten Quartal deutlich schwächer ausfallen als noch im dritten Quartal – eine Entwicklung, die Anleger einpreisen müssen.

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Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

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