Operativ läuft es rund, juristisch braut sich Ärger zusammen. Die niederländische Umweltorganisation Milieudefensie zieht erneut gegen Shell vor Gericht. Die Aktivisten fordern einen sofortigen Stopp aller neuen Öl- und Gasprojekte. Das erhöht den Druck auf den Konzern kurz vor den Quartalszahlen.
Forderung nach Bohrstopp
Am Dienstag reichten die Umweltschützer die Klageschrift ein. Sie verlangen konkrete Emissionsziele für die kommenden Jahrzehnte. Vor allem aber soll Shell aufhören, neue fossile Quellen zu erschließen.
Die Organisation verweist auf rund 700 ungenutzte Öl- und Gasfelder des Konzerns. Deren Bohrung würde zweistellige Milliardenbeträge verschlingen. Shell hatte Aktionären im vergangenen Jahr mitgeteilt, die Gasproduktion ausbauen zu wollen.
Shell weist die Forderungen scharf zurück. Gegenüber dem Sender RTL Nieuws nannte das Unternehmen die Klage unrealistisch und grundlegend deplatziert. Die Aktivisten würden die anhaltende Bedeutung von Öl und Gas ignorieren.
Zweite juristische Front
Der Fall eröffnet ein weiteres rechtliches Schlachtfeld. Bereits 2024 kippte ein Berufungsgericht ein früheres Klimaurteil gegen den Energiekonzern. Milieudefensie zog daraufhin vor den Obersten Gerichtshof. Die Anhörung in diesem ersten Verfahren findet am 22. Mai statt.
An der Börse prallt der juristische Druck bisher ab. Die Shell-Aktie notiert am Mittwoch bei 38,18 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von fast 19 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit bewegt sich das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Operativ liefert der Konzern Argumente für diese Stärke. Ein aktuelles Handelsupdate signalisiert deutlich höhere Gewinne im Ölhandel. Händler profitierten zuletzt von den volatilen Märkten. Lediglich die Gasproduktion sank leicht wegen Problemen in Katar.
Der Mai wird für das Management nun zum Stresstest. Am 7. Mai präsentiert Shell die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal. Knapp zwei Wochen später folgt die Hauptversammlung in London. Dort stimmen die Aktionäre direkt über die Klimastrategie ab.
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