Die geplante 3,7-Milliarden-Dollar-Übernahme von Shutterstock durch Getty Images ist offiziell gescheitert. Anleger reagierten mit einem brutalen Ausverkauf. Die Shutterstock-Aktie schloss am Freitag bei 8,57 Euro. Das Minus der Woche liegt bei knapp 31 Prozent. Nur 1,5 Prozent trennen den Kurs noch vom 52-Wochen-Tief bei 8,45 Euro.
Britische Wettbewerbshüter stoppen den Deal
Den Ausschlag gab die britische Wettbewerbsbehörde CMA. Sie verfügte Mitte Mai, dass die Fusion nur unter einer Bedingung durchgehen kann: Shutterstock müsste seine gesamte redaktionelle Sparte verkaufen. Dazu gehören bekannte Agenturen wie Rex Features, Splash News und Backgrid.
Die CMA befürchtete weniger Wettbewerb im Markt für Redaktionsfotografie – vor allem für britische Medien. Das US-Justizministerium hatte die Fusion zuvor ohne Auflagen genehmigt. Getty lehnte die CMA-Auflagen Ende Juni ab. Der Fusionsvertrag läuft am Montag aus.
Verlorene Synergien und sinkende Erlöse
Für Shutterstock ist das Scheitern eine schwere Hypothek. Das Unternehmen hatte jährliche Kostensynergien von 150 bis 200 Millionen Dollar erwartet. Stattdessen kassiert Getty nun eine Entschädigung von 40 Millionen Dollar.
Die Marktkapitalisierung von Shutterstock liegt bei rund 512 Millionen Dollar. Die Erlöse sind im Jahresvergleich um knapp 18 Prozent gefallen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 46 Prozent verloren.
Zwei Konkurrenten im KI-Sturm
Beide Firmen stehen nun allein da. Der Markt für Stockfotografie verändert sich radikal. KI-Tools wie MidJourney, DALL-E und Adobe Firefly setzen traditionelle Lizenzmodelle massiv unter Druck.
Getty kooperiert mit OpenAI. Shutterstock hat eine eigene KI-Plattform. Die geplante Fusion hätte beiden mehr Schlagkraft gegeben. Jetzt müssen sie getrennt zeigen, ob sie gegen die Tech-Konkurrenz bestehen können.
Am Montag läuft der Fusionsvertrag aus. Der RSI von 27,9 zeigt den Stock überverkauft. Die Volatilität liegt bei annualisiert 113 Prozent. Anleger warten auf ein klares Signal des Managements, wie Shutterstock sein redaktionelles Geschäft stabilisieren und die Umsatzschwäche beenden will.
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