Spin-off, KI-Gipfel und frische Kursdynamik — Siemens verdichtet sich gerade zu einem ungewöhnlich vollen Nachrichtenpaket. Ab Montag steht der Konzern im Rampenlicht der Hannover Messe, während die Healthineers-Abspaltung im Hintergrund weiter Form annimmt.

Roland Busch trifft Merz und Klein

Der wichtigste Termin der Woche ist für Montagvormittag angesetzt. Siemens-Chef Roland Busch diskutiert auf der Hannover Messe gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz und SAP-Chef Christian Klein über industrielle KI — konkret über den Weg von der Strategie zur Skalierung. Solche Bühnen sind selten, und das Interesse dürfte entsprechend groß sein.

Operativ treibt Siemens seine Digitalisierungsstrategie parallel voran. Mit der KION Group hat der Konzern eine Daten-Kollaboration vereinbart, um Lieferketten und Lagerprozesse über KI-gestützte digitale Zwillinge zu optimieren. Private 5G-Industrienetze betreibt Siemens mittlerweile in 15 Ländern.

Healthineers-Abspaltung: Fahrplan steht

Strukturell hat Siemens am Freitag Klarheit geschaffen. Der Vorstand plant eine Abspaltung nach deutschem Umwandlungsgesetz. Siemens-Aktionäre sollen Healthineers-Anteile direkt ins Depot eingebucht bekommen. Die finale Entscheidung legt der Vorstand der Hauptversammlung im Februar 2027 vor.

Die regulatorische Bestätigung für das gewählte Modell steht noch aus. Bis dahin läuft der operative Trennungsprozess weiter.

Kurs mit Rückenwind, Goldman skeptisch

Die Aktie hat in den vergangenen vier Wochen rund 15 Prozent zugelegt und notiert mit 247,65 Euro klar über ihren gleitenden Durchschnitten. Vom 52-Wochen-Hoch bei 261,55 Euro trennen den Kurs noch gut fünf Prozent.

Goldman Sachs bleibt trotzdem vorsichtig: Das Kursziel liegt bei 235 Euro — unter dem aktuellen Kurs. Die Bank verwies auf mögliche konjunkturelle Bremsspuren im Investitionsgütersektor. Der Analystenkonsens sieht das Ziel im Schnitt bei rund 259 Euro, gestützt von einem erwarteten Gewinn je Aktie von knapp 11 Euro für 2026.

Zahlen gibt es am 13. Mai, wenn Siemens die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt. Dann zeigt sich, ob der operative Schwung aus der Hannover-Woche auch in den Büchern ankommt.