Rekordaufträge, wachsende Margen, ein historisch hoher Auftragsbestand — und trotzdem gibt die Aktie nach. Siemens liefert operativ auf ganzer Linie, doch der Markt quittiert das mit Zurückhaltung. Hinter dieser Diskrepanz steckt mehr als bloßer Pessimismus.
Operativ auf Rekordkurs
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 war für Siemens bemerkenswert: Neuaufträge stiegen um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 2,22 auf 2,80 Euro. Das Industriegeschäft erzielte eine Profitmarge von 15,6 Prozent.
Besonders aussagekräftig ist der Auftragsbestand: Mit 120 Milliarden Euro erreichte er einen historischen Höchstwert. Ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,12 zeigt, dass neue Aufträge schneller hereinkommen, als sie abgearbeitet werden können — eine solide Basis für die kommenden Quartale.
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Healthineers-Abspaltung als Unsicherheitsfaktor
Trotz dieser Stärke notiert die Aktie mit rund 219 Euro deutlich unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn knapp 9 Prozent verloren. Ein wesentlicher Grund dürfte die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers sein.
Im ersten Schritt sollen 30 Prozent der Anteile per Spin-off direkt an die Aktionäre fließen. Solche Portfolioumbauten schaffen kurzfristig Unsicherheit, binden Ressourcen und erschweren die Bewertung des Kerngeschäfts. Konkrete Details zur Transaktion werden für Anfang des zweiten Quartals erwartet.
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Parallel dazu beschleunigt Siemens sein Aktienrückkaufprogramm: Bereits 4,4 Milliarden Euro wurden aufgewendet, 18 Millionen Aktien sollen im März eingezogen werden — was die Gesamtzahl ausstehender Aktien auf rund 782 Millionen reduziert und den künftigen Gewinn je Aktie rechnerisch stützt.
KI-Partnerschaft und Infrastrukturoffensive
Längerfristig setzt Siemens auf KI als Wachstumstreiber. Gemeinsam mit NVIDIA arbeitet der Konzern an vollständig KI-gesteuerten Fertigungsstandorten — die Siemens Electronics Factory in Erlangen soll 2026 als erstes Referenzprojekt dienen. Anfang März unterzeichnete Siemens zudem ein Memorandum of Understanding mit dem U.S. Department of Energy zur Modernisierung amerikanischer Wissenschaftsinfrastruktur.
Die Quartalszahlen am 13. Mai werden zeigen, ob das Kerngeschäft die Transformationskosten weiterhin klar überkompensiert — und ob der Markt die strategische Neuausrichtung dann als Mehrwert einpreist.
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