Die Aktie von Siemens spürt die Verunsicherung an den europäischen Aktienmärkten. Nach einem schwächeren Handelstag am gestrigen Mittwoch notiert das Papier am heutigen Donnerstag vorbörslich bei 270,55 Euro.
Unternehmensspezifische Hiobsbotschaften gab es für den Münchener Technologiekonzern nicht; vielmehr drückten steigende Ölpreise, anziehende Anleiherenditen und eine spürbare Zurückhaltung vor Beginn der US-Berichtssaison auf die Stimmung im Leitindex DAX.
Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt das übergeordnete Bild stabil. Seit Jahresanfang verzeichnet die Siemens-Aktie ein Plus von 13 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 291,55 Euro trennt den Titel derzeit ein Abstand von minus 7,2 Prozent.
Strategische Neuordnung und Partnerschaften
Auf operativer Ebene treibt der Konzern seine strategischen Initiativen voran. Anfang der Woche verständigte sich Siemens mit dem IT-Distributor TD SYNNEX auf einen Rahmen für den Aufbau einer weltweiten Vertriebspartnerschaft.
Ziel der Kooperation ist es, den Zugang zu industrieller Software und Automatisierungstechnik zu erweitern sowie die Einführung von industrieller künstlicher Intelligenz zu beschleunigen. Es handelt sich dabei um die Vorbereitung einer globalen Partnerschaft, die bestehende Vertriebskanäle ergänzen soll.
Gleichzeitig ordnet Siemens die Führungsstrukturen im Heimatmarkt neu. Im Rahmen des konzernweiten Transformationsprogramms „ONE Tech Company“ übernahm Sabrina Herrmann zum 1. Oktober die Rolle als Sprecherin des Führungsteams für Deutschland. Zudem übernahm Thomas Schott zu Monatsbeginn die Repräsentanz der Niederlassung in Chemnitz. Mit diesen Schritten will der Technologiekonzern Vertrieb und regionale Präsenz enger verzahnen.
Analystenstimmen und laufender Aktienrückkauf
Aus den Analysehäusern kamen zuletzt zurückhaltendere Töne bezüglich des kurzfristigen Aufwärtspotenzials. Die Investmentbank Evercore ISI stufte die Siemens-Aktie am 2. Oktober von „Outperform“ auf „In Line“ ab, behielt ihr Kursziel jedoch bei 315 Euro bei.
Als Begründung führten die Analysten an, dass die erwarteten Margenverbesserungen in den Kernbereichen Digital Industries und Smart Infrastructure im aktuellen Kursniveau bereits weitgehend reflektiert seien.
Rückendeckung erhält der Aktienkurs derweil aus den eigenen Reihen über das laufende Rückkaufprogramm. Wie Siemens in seiner 14. Zwischenmeldung bekannt gab, erwarb der Konzern zwischen dem 28. September und dem 4. Oktober weitere 206.489 eigene Anteile.
Seit dem Start der aktuellen Tranche Anfang Juli summiert sich das Volumen damit auf gut 4,14 Millionen zurückgekaufte Aktien. Zusätzliche Impulse für das operative Geschäft liefert das Segment Mobility, das Ende September unter anderem einen elfjährigen Rahmenvertrag mit dem belgischen Netzbetreiber Infrabel über rund 215 Millionen Euro abschließen konnte.
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