Siemens Aktie: Rekord trifft Gegenwind

Siemens meldet starkes Quartalsergebnis und hebt Jahresprognose an, doch die Aktie leidet unter Zollsorgen und Marktkorrekturen. Der Rekordauftragsbestand steht vor neuen Herausforderungen.

Siemens Aktie
Kurz & knapp:
  • Industriegewinn steigt um 15 Prozent
  • Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro
  • Ergebnisprognose für 2026 angehoben
  • Aktie verliert über 20 Prozent seit Februar

Rekordauftragsbestand, angehobene Prognose — und trotzdem unter Druck. Siemens liefert operativ starke Zahlen, kämpft an der Börse aber mit einem Umfeld, das wenig Rücksicht auf Fundamentaldaten nimmt.

Starke Zahlen, schwieriges Umfeld

Im ersten Quartal 2026 wuchs der Industriegewinn um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Die Auftragseingänge legten vergleichbar um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zu, der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen Rekordwert. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Siemens ein Ergebnis je Aktie zwischen 10,70 und 11,10 Euro — eine Prognose, die das Unternehmen nach dem starken Jahresauftakt angehoben hatte.

Am Markt kommt das nur bedingt an. Seit dem Zweijahrshoch von rund 276 Euro im Februar hat die Aktie mehr als 20 Prozent verloren. Zollsorgen, Währungsgegenwind und eine breite DAX-Korrektur lasten auf dem Papier — trotz des robusten operativen Fundaments. Am Freitag setzt sich der Druck fort: Der DAX fällt deutlich, und Siemens notiert mit rund 214 Euro weiterhin klar unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts von 235 Euro.

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Zölle treffen die Lieferkette

Das strukturelle Risiko liegt in der globalen Beschaffung. Siemens bezieht Komponenten weltweit — auch für seine US-Werke. Trumps globaler Zollsatz von 15 Prozent trifft damit nicht nur Wettbewerber, sondern belastet direkt die eigene Lieferkette. Die starke US-Präsenz mit über 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 24 Milliarden US-Dollar schützt vor diesem Effekt nur begrenzt.

Parallel dazu hat Siemens die Führung seines wichtigsten Markts neu geordnet: Ann Fairchild, seit Oktober 2025 als Interims-CEO tätig, übernimmt die Rolle als Präsidentin und CEO von Siemens USA dauerhaft. Sie soll das Engagement in Infrastrukturmodernisierung und KI-gestützten Industrietechnologien in den USA vorantreiben.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Am 13. Mai 2026 veröffentlicht Siemens die Zahlen für das zweite Quartal. Dann zeigt sich, wie stark die Zollpolitik tatsächlich auf Margen und Auftragsabwicklung durchschlägt — und ob der Rekordauftragsbestand seinen Wert unter veränderten Handelsbedingungen halten kann.

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