Rekordaufträge, angehobene Prognose, rasantes Wachstum im US-Rechenzentrumsgeschäft — und trotzdem steht die Siemens-Aktie unter Druck. Das Spannungsfeld zwischen operativer Stärke und externen Belastungen bestimmt derzeit das Bild.
Zölle als teuerste Unbekannte
Ein neuer US-Zollsatz von 15 Prozent auf EU-Exporte könnte Siemens mit bis zu 500 Millionen Euro belasten. Das wiegt schwer — und erklärt, warum selbst starke Quartalszahlen nicht automatisch in Kursstärke münzen. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund fünf Prozent im Minus.
Goldman Sachs behält zwar die Kaufempfehlung, senkte das Kursziel jedoch von 286 auf 245 Euro. Barclays bewertet den Titel mit „Underweight“ und einem Kursziel von 220 Euro. JPMorgan hingegen sieht Siemens bei 325 Euro. Die enorme Bandbreite dieser Einschätzungen spiegelt die Unsicherheit wider, die externe Faktoren wie Handelszölle ins Bewertungsmodell tragen.
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Operative Zahlen sprechen eine andere Sprache
Das Kerngeschäft liefert unterdessen bemerkenswert robuste Ergebnisse. Im ersten Quartal 2026 stieg der Industriegewinn um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Das Segment Digital Industries legte sogar 37 Prozent zu. Besonders der Rechenzentrumsbereich zieht: Die Sparte Smart Infrastructure sammelte allein hier Aufträge von 1,8 Milliarden Euro ein, das US-Geschäft wuchs in diesem Bereich um 54 Prozent.
Das Management reagierte auf diesen Jahresauftakt mit einer angehobenen Prognose und erwartet nun ein Ergebnis je Aktie zwischen 10,70 und 11,10 Euro für 2026. Flankierend kauft Siemens kontinuierlich eigene Aktien zurück — allein in der ersten Aprilwoche knapp 320.000 Stück zu Kursen um 210 Euro, seit Programmstart im Februar 2024 insgesamt über 24,7 Millionen Anteilscheine.
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Hannover Messe und Q2-Zahlen als nächste Prüfsteine
Auf der Hannover Messe (20. bis 24. April) rückt Siemens das Thema Industrial AI in den Mittelpunkt. Ein Kernelement ist der Digital Twin Composer, der auf der Nvidia-Omniverse-Plattform basiert und bereits gemeinsam mit PepsiCo zur Lieferkettenoptimierung eingesetzt wird.
Den eigentlichen Belastungstest liefert jedoch der 13. Mai: Dann präsentiert Siemens die Ergebnisse für das zweite Quartal. Erst diese Zahlen werden zeigen, wie stark die Zollbelastung tatsächlich auf die Margen durchschlägt — und ob das operative Momentum aus dem Infrastruktur- und KI-Geschäft stark genug ist, um den externen Gegenwind zu absorbieren.
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