Rekordumsätze, ein prall gefülltes Auftragsbuch und eine ambitionierte KI-Strategie — und trotzdem gibt die Aktie nach. Siemens navigiert derzeit durch eine strategisch intensive Phase, in der die operativen Zahlen und die Kursentwicklung in entgegengesetzte Richtungen zeigen.
Wenn Rekorde nicht reichen
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 lieferte beeindruckende Zahlen: Die Neuaufträge stiegen um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte um acht Prozent auf 19,1 Milliarden Euro zu. Der Auftragsbestand kletterte auf einen neuen Höchststand von 120 Milliarden Euro. Besonders das Rechenzentrumsgeschäft zog an — ein Umsatzplus von 35 Prozent spiegelt die starke Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur, vor allem aus den USA. Das Management reagierte mit einer angehobenen Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 10,70 bis 11,10 Euro.
Am Aktienmarkt kam das bislang kaum an. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund sieben Prozent verloren und notiert mit 223 Euro deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 248 Euro. Die Aktie hat dabei auch die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen — ein Signal, das technisch orientierte Anleger aufhorchen lässt.
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KI-Ambitionen und Konzernumbau
Siemens setzt derweil auf mehreren Feldern gleichzeitig. Am 11. März unterzeichnete das Unternehmen ein Memorandum of Understanding mit dem US-Energieministerium im Rahmen der Genesis Mission — einer Bundesinitiative zur Modernisierung wissenschaftlicher Infrastruktur. Siemens bringt dabei digitale Zwillinge und physikbasierte Simulation ein, anders als Mitunterzeichner wie OpenAI oder Google.
Gemeinsam mit NVIDIA plant Siemens, die Electronics Factory in Erlangen noch 2026 zum ersten vollständig KI-gesteuerten Produktionsstandort weltweit auszubauen. Der Standort Amberg soll bis 2030 folgen, verbunden mit einer Investition von rund 200 Millionen Euro.
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Parallel läuft der Konzernumbau. Die Abspaltung des rund 67-prozentigen Anteils an Siemens Healthineers nimmt Form an: 30 Prozent der Anteile sollen per Abspaltung an bestehende Aktionäre übertragen werden. Details dazu erwartet der Markt Anfang des zweiten Kalenderquartals. Am 1. April übernimmt zudem Veronika Bienert das Amt der Finanzvorständin von Ralf P. Thomas, der das Unternehmen nach mehr als einem Jahrzehnt verlässt.
Rückkaufprogramm als Gegenpol
Um der Kursschwäche entgegenzuwirken, hat Siemens bereits 4,4 Milliarden Euro aus dem laufenden Aktienrückkaufprogramm eingesetzt. Im März sollen 18 Millionen eigene Aktien eingezogen werden — ein klares Signal, dass das Management die aktuelle Bewertung für zu niedrig hält.
Ob das reicht, um die Stimmung zu drehen, wird der 13. Mai zeigen: Dann legt Siemens die Q2-Zahlen vor. Bestätigt sich dort der KI-Rückenwind aus Rechenzentren und Automatisierung, könnte die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursschwäche kleiner werden.
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