Rekordauftragsbestand, angehobene Prognose, neue KI-Partnerschaft mit der US-Regierung – und trotzdem notiert die Siemens-Aktie deutlich unter ihrem Jahreshoch. Diese Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Börsenperformance ist derzeit das zentrale Thema für Anleger.
Operatives Geschäft auf Rekordniveau
Die Zahlen aus dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sind beeindruckend: Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, die Neuaufträge kletterten um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen neuen Höchststand – ein klares Signal, dass die Bücher gut gefüllt sind.
Auf dieser Basis hob der Konzern seine Jahresprognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 10,70 bis 11,10 Euro an. Gleichzeitig läuft das Aktienrückkaufprogramm auf Hochtouren: 4,4 Milliarden Euro wurden bereits eingesetzt, im März sollen 18 Millionen eigene Aktien eingezogen werden.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens?
KI-Strategie nimmt Gestalt an
Parallel zur starken operativen Entwicklung schärft Siemens sein strategisches Profil als Industrietechnologie- und Softwarekonzern. Am 11. März unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit dem US-Energieministerium im Rahmen der sogenannten Genesis Mission – einer Bundesinitiative zur Modernisierung wissenschaftlicher Infrastruktur durch KI und digitale Systeme. Siemens steht dabei in einer Reihe mit Unternehmen wie NVIDIA, Microsoft, Google und Palantir.
Apropos NVIDIA: Gemeinsam wollen beide Konzerne ab 2026 die ersten vollständig KI-gesteuerten Produktionsstätten entwickeln. Die Siemens Electronics Factory in Erlangen dient dabei als erstes Referenzprojekt. Hinzu kommt die laufende Integration von Altair Engineering, die das hochmargige Segment Digital Industries langfristig stärken soll.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens?
Transformation sorgt für Unsicherheit
Was Anleger beschäftigt, ist weniger das Tagesgeschäft als die bevorstehende Neuausrichtung des Konzerns. Siemens plant, seine Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers abzuspalten und rund 30 Prozent der Aktien direkt an die eigenen Aktionäre auszuschütten. Ziel ist die vollständige Dekonsolidierung – Siemens soll künftig als reiner Technologie- und Softwarekonzern aufgestellt sein.
Konkrete Details zu Zeitplan und steuerlicher Struktur will CEO Roland Busch im zweiten Kalenderquartal 2026 vorlegen. Zusätzlich übernimmt Veronika Bienert am 1. April 2026 das CFO-Amt – nach mehr als einem Jahrzehnt unter dem bisherigen Finanzchef ein personeller Einschnitt, der in Transformationsphasen stets Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Der Aktienkurs spiegelt diese Unsicherheit wider. Mit einem Minus von rund 13 Prozent in den vergangenen 30 Tagen und einem aktuellen Kurs von 223,75 Euro notiert der Titel inzwischen unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Am 13. Mai folgen die Zahlen zum zweiten Quartal – dann wird sich zeigen, ob die operative Stärke die Transformationskosten weiter kompensieren kann und ob die erwarteten Healthineers-Details die strategische Richtung überzeugend untermauern.
Siemens-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:
Die neusten Siemens-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

