Siemens Mobility sichert sich einen Auftrag mit Symbolkraft. Die Bahntechnik-Tochter rüstet zwei neue Hochgeschwindigkeitsstrecken in Vietnam aus – ein Geschäft mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro. Auftraggeber ist VinSpeed, eine Tochter des vietnamesischen Mischkonzerns Vingroup.
Konkret liefert Siemens zehn Züge des Typs Velaro Novo sowie zentrale Systeme für Elektrifizierung, Kommunikation und Signaltechnik. Die Strecken verbinden Hanoi mit Quang Ninh über 121 Kilometer sowie Ben Thanh mit Can Gio über 54 Kilometer. VinSpeed übernimmt im Gegenzug Projektentwicklung, Gleisbau und Tiefbau.
Ein Fuß in Südostasiens Wachstumsmarkt
Für Vietnam ist der Bahnausbau ein strategisches Großvorhaben. Das Land wächst wirtschaftlich seit Jahren kräftig, gleichzeitig verstopfen die Metropolen zunehmend im Verkehr. Die Regierung plant eine Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsstrecke über rund 1.545 Kilometer, die Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern pro Stunde ermöglichen soll. Der aktuelle Auftrag könnte damit erst der Anfang einer größeren Zusammenarbeit sein.
Für Siemens zählt der Deal vor allem strategisch. Im internationalen Bahnmarkt drängen chinesische Hersteller mit Erfahrung und aggressiven Preisen in den Markt für Hochgeschwindigkeitszüge. Mit dem Velaro Novo, der auf der bewährten ICE-Technologie basiert und bereits in Europa, China, Russland und der Türkei im Einsatz ist, positioniert sich Siemens als Alternative mit optimierter Aerodynamik und geringerem Energieverbrauch.
Digitalisierung als zweiter Wachstumshebel
Parallel zum Vietnam-Geschäft zeigt sich auf der Berliner Bahnmesse Innotrans, wohin sich die Branche insgesamt bewegt. Siemens-Mobility-Chef Michael Peter betonte dort die Rolle Künstlicher Intelligenz für den Bahnbetrieb: In Leitstellen soll KI künftig helfen, verspätete Züge schneller wieder in den Takt zu bringen und Folgeverspätungen im Netz zu begrenzen. Wettbewerber Alstom zieht mit einem eigenen KI-Assistenten für die Instandhaltung nach.
Für Anleger verknüpfen sich damit zwei Entwicklungslinien: der klassische Auftragsschub durch internationale Infrastrukturprojekte wie in Vietnam, und die softwaregetriebene Effizienzsteigerung im bestehenden Bahnnetzbetrieb. Während die Mobility-Sparte damit gleich auf zwei Feldern Wachstumstreiber bleibt, kämpfen andere Industriegeschäfte im Konzern eher mit schwankender Nachfrage.
Der Vietnam-Auftrag füllt zunächst den Orderbestand. Ob daraus zeitnah profitable Umsätze werden, hängt von der Umsetzung der komplexen Streckenprojekte ab – ein Prozess, der sich über mehrere Jahre erstrecken dürfte.
Siemens-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens-Analyse vom 23. September liefert die Antwort:
Die neusten Siemens-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

