Rekordaufträge auf der einen Seite, ein massiver Kurssturz auf der anderen. Bei Siemens Energy klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Tagen 13,63 Prozent an Wert. Der gestrige Schlusskurs lag bei 137,90 Euro.

Roadshow trifft auf Kursdruck

Aktuell wirbt das Management auf einer Roadshow in Skandinavien um Investorenvertrauen. Die Argumente sind stark. Der Konzern verzeichnete zuletzt einen Rekord-Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro. Dadurch wuchs der gesamte Auftragsbestand auf 154 Milliarden Euro an. Die Sparte Grid Technologies profitiert massiv vom globalen Netzausbau.

Parallel dazu setzt der Konzern eigene Mittel ein. Seit Anfang Juni läuft die zweite Tranche des milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms. Allein in der ersten Juniwoche erwarb das Unternehmen 237.040 eigene Papiere über die Börse. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei gut 158 Euro. Das liegt deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Die Folge: eine direkte Stützung der Aktie.

Technische Indikatoren im Fokus

Der jüngste Kursrutsch führt die Aktie in eine spannende technische Zone. Mit einem Relative-Stärke-Index von 26,9 gilt das Papier nun als stark überverkauft. Hinzu kommt eine wichtige langfristige Unterstützungslinie. Der gleitende Durchschnitt der vergangenen zweihundert Tage verläuft aktuell bei 136,07 Euro. Der Abstand dorthin beträgt lediglich 1,35 Prozent.

Für das Gesamtjahr peilt das Management einen Milliardengewinn an. Der freie Cashflow vor Steuern soll bei rund acht Milliarden Euro liegen. Bereits in der kommenden Woche präsentiert sich der Konzern auf der J.P. Morgan Konferenz in London. Am 29. Juni folgt dann der Pre-Close-Call vor den Quartalszahlen. Hält die Unterstützung beim vielbeachteten gleitenden Durchschnitt, könnte die aktuelle Korrektur dort enden.