Zwei Kraftwerke, fast 2,6 Gigawatt, zwanzig Jahre Service. Siemens Energy hat am 30. Juni einen Großauftrag im Oman gemeldet — und der Umfang lässt aufhorchen.
Fast 2,6 Gigawatt für Misfah und Duqm
Der Konzern liefert Schlüsselkomponenten für zwei Gas-und-Dampf-Kraftwerke. Konkret: sechs Gasturbinen der F-Klasse sowie sechs Generatoren. Die Anlagen entstehen an zwei Standorten — Misfah im Ballungsraum Maskat und Duqm in der Sonderwirtschaftszone Al Wusta an der Arabischen Meerküste.
Die Gesamtkapazität soll die Stromerzeugung des Oman um fast 20 Prozent steigern. Siemens Energy gibt an, damit rechnerisch mehr als zwei Millionen Menschen versorgen zu können.
Gefertigt werden die Komponenten in Deutschland. Die Gasturbinen vom Typ SGT5-4000F kommen aus Berlin, die Generatoren vom Typ SGen5-2000P aus Mülheim. Einen Auftragswert hat Siemens Energy nicht veröffentlicht.
Serviceverträge als eigentlicher Hebel
Die einmalige Komponentenlieferung ist nur ein Teil der Geschichte. Hinzu kommen Serviceverträge mit je 20 Jahren Laufzeit für beide Anlagen. Das macht den Auftrag wirtschaftlich langlebiger als ein klassisches Lieferprojekt.
Siemens Energy verweist außerdem auf die Wasserstoff-Beimischfähigkeit der Turbinen. Die Anlagen sollen zunächst die Versorgungssicherheit im Oman stärken — und später Spielraum für einen höheren Wasserstoffanteil lassen.
Entwickelt werden die Projekte von einem Konsortium aus Etihad Water and Electricity Company, Nebras Power, Bahwan Infrastructure Services und Korea Western Power. Den erzeugten Strom nimmt Nama Power and Water Procurement Company ab.
Aktie nahe am 50-Tage-Schnitt
Die Siemens Energy Aktie schloss am Dienstag bei 166,86 Euro — knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 168,41 Euro, aber rund 19 Prozent über dem 200-Tage-Schnitt. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Kursgewinn fast 80 Prozent.
Der Oman-Auftrag passt in eine Phase, in der Anleger das Gasturbinen-Geschäft wieder stärker beobachten. Da Siemens Energy keinen Auftragswert nennt, lässt sich die finanzielle Wirkung vorerst nur über die bestätigten Eckdaten abschätzen: sechs F-Klasse-Turbinen, sechs Generatoren, zwei Jahrzehnte Servicegeschäft. Wann und in welchem Umfang der Auftrag im Auftragseingang sichtbar wird, dürfte spätestens beim nächsten Quartalsbericht ein Thema sein.
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