Nach dem KI-bedingten Rücksetzer meldet sich Siemens Energy zurück: Die Aktie führte zeitweise den DAX an. Eine Unternehmensnachricht steckt nicht dahinter. Es ist das Tech-Umfeld, das den Kurs bewegt.
Stimmung statt Nachrichten
Im XETRA-Handel stieg das Papier zeitweise um gut drei Prozent auf rund 122 Euro. Marktbeobachter führen das auf Schnäppchenjäger zurück, die parallel zu Infineon, Siltronic und SUSS MicroTec einstiegen.
Zuvor hatten Meta-Zahlen und Aussagen zu sehr hohen KI-Ausgaben an der Wall Street einen Ausverkauf der Tech-Aktien ausgelöst. In Deutschland traf es vor allem Siemens Energy. Der Konzern liefert Netz- und Gastechnik für den Ausbau der Stromversorgung und profitiert vom Energiehunger der Rechenzentren. Genau diese Korrelation belastete den Kurs zuletzt.
Hinzu kommt eine Studie von Barclays-Analyst George Featherstone. Er sieht Anzeichen, dass die Preismacht der Rechenzentrumsausrüster an Grenzen stößt. Genannt wurden neben Siemens Energy auch Siemens, ABB und Schneider Electric.
Operativ weiter stark
Das Geschäft läuft unabhängig vom Kurs. Im dritten Geschäftsquartal erreichte der Auftragseingang mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekord. Der Gewinn vor Sondereffekten stieg auf 1,623 Milliarden Euro, nach 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis. Die Prognose bestätigte das Unternehmen: Die Marge vor Sondereffekten soll zwischen 10 und 12 Prozent liegen.
Rückkauf läuft zu höheren Kursen
Siemens Energy plant bis Ende des Geschäftsjahres 2028 Rückkäufe von bis zu 6 Milliarden Euro. Die dritte Tranche über bis zu 2 Milliarden Euro läuft seit dem 24. September. Bisher kaufte das Unternehmen Aktien für rund 457 Millionen Euro, im Schnitt zu etwa 141,97 Euro. Das liegt klar über dem aktuellen Kurs.
Das Analystenbild bleibt freundlich. Im Konsens vergeben acht von zehn Analysten ein Kaufvotum, die Kursziele reichen von 195 bis 250 Euro.
Den nächsten Test liefern die Tech-Konzerne: Alphabet und Microsoft berichten am 28. Oktober, Amazon, Intel und SanDisk am 29. Oktober. Am 11. November soll Siemens Energy laut Kalender vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2026 vorlegen. Das Unternehmen hat den Termin bislang nicht bestätigt.
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