KI-Sorgen hin oder her: Siemens Energy zählt am Dienstag zu den größten Gewinnern im DAX und legt um 2,6 Prozent zu. Die Erholung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern ohnehin schon im Rampenlicht steht — personell wie terminlich.
Am Mittwoch hält das Management den Pre-Close-Call zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 ab. Konkrete Zahlen liefert dieser Termin nicht, dafür aber Einordnungen zu Nachfrage und Ausblick, kurz bevor die Stillhalteperiode vor der eigentlichen Bilanzvorlage beginnt. Die vollständigen Ergebnisse folgen erst am 11. November.
Was der Markt vom Call erwartet
Siemens Energy hatte seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr zuletzt angehoben: ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, eine Ergebnismarge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent sowie ein Nettoergebnis von rund 4 Milliarden Euro stehen im Raum. Entsprechend dürfte sich die Aufmerksamkeit auf Aussagen zur Auftragslage richten, insbesondere in den Bereichen Netze und Gas Services.
Parallel zum Call vollzieht sich ein Wechsel im Aufsichtsrat. Matthias Rebellius scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus, nachdem er zum Monatsende auch den Siemens-Vorstand verlassen hat. Als Nachfolger rückt mit Wirkung zum 1. Oktober Pekka Lundmark nach, der zuvor Nokia sowie den Energiekonzern Fortum geführt hatte. Die endgültige Wahl durch die Aktionäre steht erst auf der Hauptversammlung im Februar 2027 an.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der schwächeren Dreimonatsperformance — vom Rekordhoch bei über 191 Euro aus dem April ist die Aktie weit entfernt — rücken Analysten nicht von ihrer positiven Einschätzung ab.
Berenberg bestätigte ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 205 Euro und verweist auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft, die das politische Grundrauschen überlagere. JPMorgan bleibt bei „Overweight“ und sieht in der eigenen Investitionsumfrage bestätigt, dass die Nachfrage aus den Bereichen KI-Rechenzentren und Halbleiter intakt bleibt.
Die Kombination aus starkem Tagesgeschäft bei Technologiewerten und dem bevorstehenden Pre-Close-Call dürfte die Aktie in den kommenden Tagen in Bewegung halten. Am 11. November zeigt sich dann, ob sich die im Call skizzierten Trends in harten Zahlen niederschlagen — und wie der neu besetzte Aufsichtsrat die laufende Verselbstständigung des Geschäftsbereichs Transformation of Industry begleitet.
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