Der Iran-Krieg drückt auf die Stimmung — und Siemens Energy trifft es heute besonders hart. Die Aktie verliert 2,76 Prozent auf 145,88 Euro. Seit dem Aprilhoch bei 195,54 Euro hat sich der Kurs damit um rund 25 Prozent verbilligt.

Geopolitik und Inflation als Doppelbelastung

Der DAX fiel zeitweise auf ein Dreiwochentief. Auslöser sind gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran sowie Nervosität vor den US-Inflationsdaten. Für Mai prognostizieren Ökonomen einen Wert von 4,2 Prozent. Kapitalintensive Industriewerte wie Siemens Energy reagieren auf dieses Umfeld besonders empfindlich.

Die Korrektur läuft bereits seit Wochen. In den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie knapp 18 Prozent verloren. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 75 Prozent.

RSI nähert sich der Überverkauft-Zone

Der RSI liegt auf 14-Tage-Basis bei 30,9 — kurz vor dem klassischen Überverkauft-Signal bei 30. In der Vergangenheit hat dieser Bereich oft technische Gegenbewegungen ausgelöst. Charttechniker beobachten die Unterstützungszone zwischen 136,62 und 140,82 Euro als möglichen Boden. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 136,11 Euro — noch rund sieben Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Energiepolitik als Kurstreiber

Parallel läuft in Berlin die Debatte über ein neues Energiepaket. Die schwarz-rote Koalition verhandelt über eine EEG-Reform und ein Netzpaket. Das Ziel: 80 Prozent erneuerbare Energien bis 2030 — aktuell liegt der Anteil bei 53 Prozent. Für Siemens Energy als Anbieter von Netztechnologie und Windkraftlösungen sind die Details entscheidend. Der Branchenverband BDEW fordert ein Gaskraftwerksgesetz noch vor der Sommerpause — ein potenzieller Auftragsimpuls für den Konzern.

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 4,32 Euro. Die Dividendenschätzung liegt im Konsens bei 1,85 Euro — nach 0,70 Euro im Vorjahr. Konkrete Zahlen liefert das Unternehmen am 5. August mit dem Quartalsbericht für Q3 2026. Bis dahin dürfte die Aktie eng an der Berliner Energiepolitik und den globalen Inflationsdaten hängen.