Während der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und Europa viele Industrieunternehmen belastet, profitiert Siemens Energy von einer vorausschauenden Standortpolitik. Mit 28 eigenen Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten dämpft der Energietechnikkonzern die direkten Zollfolgen spürbar ab. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt zudem, dass die Nachfrage nach Gasturbinen trotz geopolitischer Störfeuer hoch bleibt.
Rekordaufträge treffen auf lokale Produktion
Die lokale Fertigungspräsenz in den USA erweist sich als entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten mit stark grenzüberschreitenden Lieferketten. Zwar rechnet Finanzchefin Maria Ferraro für das laufende Jahr 2026 mit einer dreistelligen Millionenbelastung durch US-Schutzzölle, diese fällt jedoch geringer aus als die rund 200 Millionen Euro im Vorjahr.
Parallel dazu wächst das operative Fundament. Im ersten Geschäftsquartal verdreifachte sich der Nettogewinn auf 746 Millionen Euro. Gleichzeitig kletterte der Auftragsbestand auf den Rekordwert von 146 Milliarden Euro, angetrieben von einem Zuwachs bei Neuaufträgen um 33 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens Energy?
Risikofaktor Nahost und Gamesa-Turnaround
Trotz der vollen Auftragsbücher – die Gasturbinen-Kapazitäten sind bis 2028 vollständig ausgebucht – existieren strategische Risiken. Rund 35 Prozent des Gasturbinen-Auftragsvolumens entfallen auf die geopolitisch instabile Nahost-Region.
Gleichzeitig arbeitet die Windkrafttochter Siemens Gamesa weiterhin an ihrer Sanierung. Das operative Minus schrumpfte im ersten Quartal auf 46 Millionen Euro, die Gewinnschwelle ist damit aber noch nicht erreicht. Das Management peilt die Profitabilitätswende explizit für die zweite Jahreshälfte an, zumal sich im Offshore-Segment mehrere Auktionstermine in das nächste Geschäftsjahr verschoben haben.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens Energy?
Analysten uneins vor neuen Quartalszahlen
Am Aktienmarkt spiegelt sich diese robuste, aber von regionalen Risiken begleitete Ausgangslage wider. Nach einem Kursanstieg von 21,69 Prozent seit Jahresbeginn notierte das Papier gestern bei 149,44 Euro. Die Einschätzungen der Analysten fallen angesichts der komplexen Gemengelage stark unterschiedlich aus:
- J.P. Morgan: 200 Euro
- Mittleres Kursziel: 159 Euro
- DZ Bank: 128 Euro (Einstufung: „Halten“)
- Barclays: 90 Euro
Am 12. Mai 2026 präsentiert Siemens Energy die Ergebnisse für das zweite Quartal. Anleger werden an diesem Stichtag genau prüfen, ob Gamesa messbare Fortschritte in Richtung Gewinnschwelle liefert und wie sich der freie Cashflow entwickelt. Bis dahin stützt die bestätigte Jahresprognose mit einem erwarteten Nettogewinn von 3 bis 4 Milliarden Euro das aktuelle Bewertungsniveau.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 8. April liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

