Die Schweizer Großbank UBS hat am Freitag eine bemerkenswerte 180-Grad-Wende vollzogen: Analyst Christopher Leonard stufte Siemens Energy von „Sell“ direkt auf „Buy“ hoch. Das neue Kursziel liegt bei 175 Euro – eine massive Anhebung vom bisherigen Ziel von 38 Euro. Auf Tradegate reagierten die Titel prompt und notieren vorbörslich zwei Prozent über der 140-Euro-Marke.

Die Begründung des Analysten klingt selbstbewusst: Leonard liegt mit seinen operativen Ergebnisschätzungen bis 2030 nach eigener Aussage bis zu 9 Prozent über dem Marktkonsens. Damit reiht sich die UBS unter die größten Optimisten für den Energietechnikkonzern ein.

Verzwölffachung in zwei Jahren

Die Performance der Aktie spricht für sich: Binnen zwei Jahren konnten Anleger ihr Geld mehr als verzwölffachen. 2026 gehört der Titel erneut zum Kreis der DAX-Favoriten – nach bereits starken Vorjahren. Der Grund für diese außergewöhnliche Entwicklung liegt auf der Hand: Siemens Energy gilt als Hauptprofiteur des KI-Megatrends und des damit einhergehenden explodierenden Strombedarfs.

Gasturbinen-Geschäft als Wachstumstreiber

Besonders optimistisch zeigt sich Leonard für das laufende Geschäftsjahr 2026. Er erwartet weiteres Auftragswachstum im Gasturbinen-Segment. Der Rückenwind für die Margen dürfte nach seiner Einschätzung auch die allgemeinen Markterwartungen nach oben treiben. Die Margenseite könnte damit zum entscheidenden Kurstreiber werden.

Die Tech-Konzerne stehen unter Handlungsdruck: Der globale Strombedarf steigt durch den KI-Boom rasant. Amazon, Meta und andere Big Player investieren bereits in alternative Energielösungen wie Small Modular Reactors. Siemens Energy positioniert sich in diesem Umfeld als unverzichtbarer Partner für die Energieinfrastruktur der Zukunft.