Die Bank of America sieht in Siemens Energy eine der wichtigsten europäischen Investmentideen für 2026 – und hebt das Kursziel auf 220 Euro an. Der Grund: ein Geschäftsfeld, das Analysten bislang deutlich unterschätzt haben sollen. Doch dahinter steckt mehr als nur eine Analystenstudie.
Das Servicegeschäft als heimlicher Wachstumsmotor
Im Mittelpunkt der positiven Einschätzung steht das sogenannte Aftermarket-Segment – also das Servicegeschäft rund um bereits installierte Gasturbinen. Die Bank of America rechnet damit, dass der Gewinn in diesem Bereich bis 2035 auf knapp 5 Milliarden Euro steigen könnte, was einer Verdreifachung gegenüber dem heutigen Niveau entspräche. Treiber ist eine wachsende installierte Basis: Die Analysten erwarten, dass die weltweit im Einsatz befindlichen Anlagen von Siemens Energy in den kommenden Jahren um mehr als 30 Prozent zunehmen.
Hintergrund ist ein globaler Boom bei Gasturbinen-Bestellungen, die sich laut der Studie in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt haben. Diese Aufträge schlagen sich in den kommenden Jahren direkt in Umsatz, Margen und Cashflow nieder. Beim freien Cashflow für 2026 gehen die Analysten mit rund 6,2 Milliarden Euro sogar deutlich über die eigene Unternehmensprognose von 4 bis 5 Milliarden Euro hinaus.
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Das operative Fundament für diesen Optimismus lieferte das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026: Neue Aufträge sprangen um 33 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordniveau von 146 Milliarden Euro. Allein im Gas-Services-Segment wurden 102 Gasturbinen gebucht – mehr als die Hälfte der gesamten Einheiten des Vorjahres. Der Umsatz legte um 12,8 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro zu, der Nettogewinn erreichte 746 Millionen Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 strebt das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent an, eine bereinigte Gewinnmarge von 9 bis 11 Prozent sowie einen Nettogewinn von 3 bis 4 Milliarden Euro. Mittelfristig wurde das Margenziel für 2028 auf 14 bis 16 Prozent angehoben – deutlich über dem früheren Ziel von 10 bis 12 Prozent.
Strukturelle Rückenwind-Faktoren
Neben den operativen Zahlen kommen zwei strukturelle Faktoren hinzu. Erstens läuft seit dem 4. März 2026 ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro oder maximal 70 Millionen Aktien, das spätestens bis Ende September 2026 abgeschlossen sein soll. Nach drei Jahren ohne Ausschüttung billigte die Hauptversammlung zudem eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie.
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Zweitens wird Siemens Energy zum 23. März in den Stoxx Europe 50 aufgenommen und ersetzt dort den Spirituosenhersteller Diageo. Die Aufnahme erfolgt über die sogenannte Fast-Entry-Regel und reagiert auf die gestiegene Marktkapitalisierung. Für Fonds und ETFs, die den Index physisch abbilden, entsteht dadurch eine strukturelle Kaufverpflichtung – eine zusätzliche Nachfragequelle, die kurzfristig kursrelevant sein kann.
Risiken bleiben im Blick
Nicht alle Signale zeigen nach oben. Da der Konzern auf energieintensive Vorprodukte wie Stahl angewiesen ist, könnte der Anstieg der Energiepreise die Margen in den gut gefüllten Auftragsbüchern belasten. Zudem bleibt die Windkrafttochter Siemens Gamesa ein Beobachtungsfeld: Der operative Verlust wurde zuletzt zwar deutlich auf 46 Millionen Euro eingedämmt, doch der angestrebte Break-even muss noch erreicht werden.
Der nächste Lackmustest kommt am 12. Mai 2026, wenn Siemens Energy die Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Dann zeigt sich, ob Gamesa den Weg zur Gewinnschwelle planmäßig fortsetzt – und ob die ehrgeizigen Margenziele des Konzerns auf Kurs bleiben.
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