Der März 2026 war für Silber der schlechteste Monat seit 15 Jahren — und der April setzt die Talfahrt fort. Am heutigen Handelstag verlor das Edelmetall weitere 5 Prozent, nachdem es am Vortag noch kurzzeitig um die Marke von 75 US-Dollar je Unze pendelte.

Hinter dem Rückgang steckt ein klassisches Tauziehen zwischen kurzfristigen Belastungsfaktoren und soliden Fundamentaldaten. Robuste US-Wirtschaftszahlen — darunter starke Beschäftigungsdaten im privaten Sektor und steigende Einzelhandelsumsätze — signalisieren eine widerstandsfähige amerikanische Konjunktur. Das dämpft die Erwartung baldiger Zinssenkungen und belastet Edelmetalle, die in einem Hochzinsumfeld weniger attraktiv erscheinen. Hinzu kommen geopolitische Signale rund um den Iran-Konflikt, die zwar die Volatilität auf den Rohstoffmärkten anheizen, Silber aber bislang keine nachhaltige Unterstützung liefern.

Industrienachfrage als stabiles Fundament

Trotz des Preisdrucks bleibt die strukturelle Nachfrageseite intakt. Der Photovoltaik-Sektor erreichte zuletzt ein neues Nachfragehoch, und die Elektronikindustrie bleibt ein verlässlicher Abnehmer. Bereits 2024 reichte das weltweite Angebot nicht aus, um die Nachfrage vollständig zu decken — ein Angebotsdefizit, das sich angesichts der schwierigen Förderungsbedingungen mittelfristig fortsetzen dürfte.

Kurzfristiger Druck trifft langfristiges Ungleichgewicht

Das strukturelle Bild und die aktuelle Preisbewegung zeigen in unterschiedliche Richtungen. Solange starke Makrodaten aus den USA die Zinssenkungsfantasie bremsen, bleibt Silber anfällig für weitere Rücksetzer. Ob die Marke von 75 Dollar als Boden hält, wird sich spätestens zeigen, wenn die nächsten US-Inflationsdaten Ende April die Erwartungen an die Fed neu kalibrieren.