Silber steigt am Donnerstag kurz auf ein Sieben-Wochen-Hoch. Dann dreht der Kurs wieder nach unten. Aktuell notiert die Feinunze bei 64,48 US-Dollar. Das ist ein Minus von 1,30 Prozent zum Vortagesschluss bei 65,32 Dollar.

Anleger warten auf die US-Erzeugerpreise. Die Daten gelten als wichtiger Hinweis für die Fed-Zinsentscheidung im September.

Kurzer Höhenflug, schneller Rückzug

Auch die Terminkontrakte zeigen die Bewegung deutlich. Die September-Futures öffneten am Donnerstag bei 65,46 Dollar. Das war ein Rückgang von 0,4 Prozent zum Mittwoch-Schluss bei 65,70 Dollar.

Im Vormittagshandel setzte sich der Rückgang fort. Um 8:11 Uhr Ortszeit lag Silber bei 65,23 Dollar.

Trotz des Rücksetzers bleibt die Jahresbilanz stark. Die Notierungen über 65 Dollar am Morgen heben die Jahresperformance auf 70,2 Prozent – noch vor der heutigen Veröffentlichung der Erzeugerpreise.

Fed-Zinspolitik treibt die Erwartungen

Der heutige PPI-Bericht liefert ein weiteres Signal für die Fed-Sitzung im nächsten Monat. Bereits die Verbraucherpreise vom Mittwoch hatten die Markteinschätzung verschoben. Die US-Inflation fiel im Juli zum zweiten Mal in Folge auf 3,4 Prozent.

Die Zinserwartungen reagierten sofort. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September sank auf etwa 40 Prozent. Am Vortag lag sie noch bei fast 50 Prozent.

Geopolitische Spannungen belasten zusätzlich

Auch geopolitische Risiken drücken auf die Edelmetallpreise. Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz bleiben gering. Die Rhetorik zwischen den USA und dem Iran verschärft sich, während die Verhandlungen stocken.

Bereits am Vortag bewegte die Situation die Kurse. Pakistans Verteidigungsminister sprach von einer möglichen Einigung zur Wiedereröffnung der Wasserstraße. Präsident Trump behauptete dagegen, die USA hätten „vollständige Kontrolle“ über die Straße.

Industrienachfrage stützt langfristig

Neben den kurzfristigen Faktoren bleibt die Industrienachfrage ein tragendes Element. Silber profitiert weiter von der wachsenden Solarpanel-Produktion und Investitionen in Stromnetze.

Auch aus China kommen positive Signale. Die chinesischen Importe silberhaltiger Erze stiegen im Juni um 62,5 Prozent auf 219.000 Tonnen im Jahresvergleich.

Fällt die Inflation im PPI-Bericht weiter, dürfte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September weiter sinken. Das könnte Silber neuen Schub geben. Bleiben die Erzeugerpreise dagegen hartnäckig, dürfte der Kurs seine jüngsten Gewinne weiter abbauen.