Ein historischer Handschlag in Genf verändert die Lage an den Rohstoffmärkten. Die USA und der Iran haben ein formales Friedensabkommen unterzeichnet. Damit verliert Silber schlagartig seinen Status als sicherer Hafen. Der Preis für das Edelmetall rutscht spürbar ab.
Am Freitag schloss der Silber-Kontrakt bei 64,09 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von 2,61 Prozent. Die geopolitische Entspannung rund um die Straße von Hormus löst massive Verkäufe aus. Vom Rekordhoch im Januar verlor der Kurs bislang rund 47 Prozent.
Fed-Strategie belastet zusätzlich
Parallel dazu liefert die US-Notenbank geldpolitischen Gegenwind. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh signalisiert die Fed anhaltend hohe Zinsen. Neun der 19 Entscheidungsträger deuten eine weitere Erhöhung im laufenden Jahr an. Hohe Realzinsen und ein starker US-Dollar machen das zinslose Silber unattraktiv.
Analysten passen ihre Erwartungen an. UBS senkte die Prognose für das Monatsende auf 85 US-Dollar. Goldman Sachs hält dagegen an einem Jahresziel zwischen 85 und 100 US-Dollar fest.
Industrie stützt den Markt
Die fundamentale Lage bleibt indes angespannt. Der aktuelle World Silver Survey prognostiziert das sechste Angebotsdefizit in Folge. Die Industrie braucht weiterhin viel Material für Künstliche Intelligenz, Photovoltaik und Elektromobilität.
Hohe Preise dämpfen zwar die Schmucknachfrage. Diese fällt auf ein Fünfjahrestief. Im Gegenzug kaufen Anleger im Westen deutlich mehr physisches Silber. Die Nachfrage nach Münzen und Barren stieg im Jahresvergleich um 18 Prozent. Ein klares Signal.
Blick auf die Unterstützung
In der neuen Woche blicken Investoren auf US-Konjunkturdaten. Am Donnerstag veröffentlicht Washington das finale Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal. Hinzu kommen die Auftragseingänge für langlebige Güter. Beide Termine könnten neue Hinweise auf den Zinskurs der Fed liefern.
Charttechnisch rückt nun die Marke von 61,50 US-Dollar in den Fokus. Hier liegt eine wichtige Unterstützung aus der Vorwoche. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Zone von 71 bis 73 US-Dollar ist nötig. Nur dann gelingt eine technische Erholung.
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