Silber legt am Freitag um 3,25 Prozent zu und schließt bei 63,79 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit sechs Wochen. Grund für den Sprung: schwache US-Arbeitsmarktdaten lassen die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Fed sinken.
Schwache Jobdaten bremsen die Fed
Die ADP-Daten für Juli zeigen nur 44.000 neue Stellen im privaten Sektor. Analysten hatten mit 70.000 gerechnet. Es ist der schwächste Wert seit Januar.
Die Marktreaktion folgt prompt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im September fällt von 67 auf 57 Prozent innerhalb eines Tages. Weniger Zinsdruck bedeutet weniger Gegenwind für Silber, das keine Zinsen zahlt.
Nicht alle Fed-Vertreter sehen das so entspannt. Gouverneurin Lisa Cook bleibt bereit, die Zinsen zu erhöhen, falls die Inflation nicht nachlässt. Sie warnt, die Notenbank habe womöglich keine Zeit mehr zu warten. Auch Kansas-City-Fed-Präsident Jeff Schmid hält weitere Straffung für nötig, um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen.
Iran-Gespräche drücken den Ölpreis
Zusätzlichen Rückenwind liefert die Geopolitik. Präsident Trump spricht von „sehr guten Gesprächen“ zwischen den USA und dem Iran. Das weckt Hoffnung auf ein Ende des fünfmonatigen Konflikts.
Die Folge: Ölpreise fallen in dieser Woche um rund 10 Prozent. Das dämpft die Inflationssorgen und nimmt der Fed zusätzlichen Druck, die Zinsen anzuheben.
Trotz der Rally bleibt die Jahresbilanz negativ. Seit Jahresbeginn steht Silber noch 9,65 Prozent im Minus. Das Gold/Silber-Verhältnis verschiebt sich zugunsten von Silber und sinkt von 68,92 auf 67,00.
Industrienachfrage stützt die Erholung
Neben Fed-Politik und Geopolitik liefert die Industrie handfeste Unterstützung. Chinas Importe von silberhaltigen Erzen steigen im Juni um 62,5 Prozent auf 219.000 Tonnen. Der Anstieg passt zur wachsenden Produktion von Solarpanels und Stromnetzen — beide benötigen Silber als Rohstoff.
Charttechnisch testete der Silber-Future am 7. August die Widerstandsmarke bei 62,65 US-Dollar. Mit dem Freitagsschluss bei 63,79 US-Dollar liegt der Kurs bereits klar darüber.
Der Arbeitsmarktbericht wird zum Prüfstein
Für die kommende Woche rückt der nächste US-Arbeitsmarktbericht ins Zentrum. Fällt er stark aus, könnten Erwartungen an eine straffere Fed zurückkehren und das Aufwärtspotenzial begrenzen. Schwache Daten dagegen würden der Rally weiteren Auftrieb geben.
Geopolitisch bleibt die Lage fragil. Berichte über mögliche Spannungen zwischen Iran, den Huthi-Rebellen im Jemen und Saudi-Arabien sowie neue Unsicherheit rund um die Straße von Hormus halten die Nachfrage nach sicheren Häfen wach. Diese Mischung aus Zinsfantasie, geopolitischem Risiko und robuster Industrienachfrage dürfte die Handelsspanne für Silber in den kommenden Tagen bestimmen.
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