Der Silberpreis steht massiv unter Druck. Zum Wochenstart verlor der Spotpreis mehr als vier Prozent und fiel auf rund 65 Dollar je Unze. Auch an den Terminmärkten in New York und Shanghai brachen die Notierungen ein. Der Auslöser: nackte Zinsangst.

Zinswende schlägt Fundamentaldaten

Silber wirft keine Zinsen ab. Steigen die Renditen am Anleihemarkt, verlieren Edelmetalle an Attraktivität. Genau das passiert aktuell.

Investoren positionieren sich neu. Am Mittwoch veröffentlichen die US-Behörden die Inflationsdaten für Mai. Diese Zahlen entscheiden über den weiteren Kurs der Federal Reserve. Fällt die Inflation hoch aus, rücken Zinssenkungen in weite Ferne.

Ein globaler Abverkauf

Der Verkaufsdruck erfasst den gesamten Sektor. In Shanghai und New York fielen die meistgehandelten Silber-Futures um über vier Prozent. Parallel dazu gaben auch Gold und wichtige Industriemetalle nach.

Marktbeobachter sprechen von einem breiten Ausverkauf. Anleger meiden riskante Anlagen vor den wichtigen US-Wirtschaftsdaten. Spezifische Nachrichten zu Silberlagern spielen derzeit kaum eine Rolle.

Physisches Defizit stützt den Markt

Langfristig sieht die Lage anders aus. Der Markt steuert 2026 auf das sechste Defizitjahr in Folge zu. Das Silver Institute erwartet einen Fehlbetrag von rund 46 Millionen Unzen.

Die weltweite Minenproduktion stagniert bei etwa 820 Millionen Unzen. Die industrielle Nachfrage verschiebt sich derweil. Die Solarbranche verbraucht weniger Silber. Neue Anwendungen in Rechenzentren und Elektroautos fangen diesen Rückgang ab.

Die nächste Richtungsvorgabe steht unmittelbar bevor. Am Mittwoch um 8:30 Uhr US-Ostküstenzeit liefert der Verbraucherpreisindex harte Fakten. Überrascht die Inflation nach oben, droht dem Silberpreis ein weiterer Rücksetzer. Fallen die Zahlen schwächer aus, rückt das knappe physische Angebot wieder in den Fokus.