Am heutigen Freitag richten Rohstoffanleger ihren Blick auf die Vereinigten Staaten. Die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für September, die für 12:30 Uhr GMT angekündigt war, gilt an den Märkten als maßgeblicher kurzfristiger Impulsgeber für Silber.

Medienberichten zufolge verhalf bereits ein leichter Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen dem Edelmetall zu einer spürbaren Gegenbewegung. Nach dem jüngsten Verkaufsdruck fand der Kurs damit vor dem Wochenende vorerst Halt.

Zinsdruck und US-Dollar bestimmen das Bild

Am Donnerstag beendete die Feinunze Silber den Handel an der COMEX bei 61,35 USD. Das entsprach einem Anstieg von 1,0 Prozent im Vergleich zum Vortag. Trotz dieser Befestigung verharrt die Notierung weiterhin unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 65,46 USD, was die anhaltende Zurückhaltung der Marktteilnehmer unterstreicht.

Die übergeordneten Belastungsfaktoren der vergangenen Handelstage wirken weiterhin nach. Die Stuttgarter Zeitung berichtete am 28. September, dass steigende US-Anleiherenditen, eine erstarkte US-Währung sowie Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve den Silberpreis spürbar unter Druck gesetzt haben.

Höhere Zinsen schwächen erfahrungsgemäß das Interesse an zinslosen Anlagen, während ein erstarkter Dollar den Rohstoff außerhalb des Dollarraums verteuert. Als nächster geldpolitischer Wegweiser steht im Oktober eine reguläre Sitzung der US-Notenbank Fed an.

Angebotsdefizit trifft auf makroökonomische Bremsspuren

Auf der fundamentalen Seite steht dem zinsbedingten Gegenwind ein anhaltend knappes physisches Angebot gegenüber. Prognosen des Silver Institute und des Branchenbeobachters Metals Focus zufolge steuert der Weltmarkt im Jahr 2026 auf das sechste Angebotsdefizit in Folge zu. Die erwartete Lücke zwischen weltweiter Förderung und industrieller sowie privater Nachfrage beziffern die Schätzungen auf rund 46 bis 67 Millionen Unzen.

Diese strukturelle Unterdeckung konnte den jüngsten Kursrückgang allerdings nicht verhindern. Während das Defizit das längerfristige Fundament stützt, dominiert kurzfristig die Ungewissheit über die Zinspolitik der Notenbanken. Vor diesem Hintergrund liefern die September-Arbeitsmarktdaten aus den USA nun die nächste Orientierungsmarke dafür, mit welchen Rahmenbedingungen das Edelmetall in den Oktober startet.