Silber tritt am Mittwoch auf der Stelle. Der Grund: Die US-Notenbank entscheidet am Nachmittag über die Zinsen. Anleger halten sich mit Positionen zurück, bis die Entscheidung feststeht.
Die September-Futures eröffneten bei 57,38 Dollar je Unze. Das waren 0,3 Prozent weniger als am Dienstagabend. Am Morgen pendelte der Preis um 57,25 Dollar.
Die ganze Woche verlief schwach. An jedem Handelstag fiel der Eröffnungspreis niedriger aus als am Vortag. Trotzdem hält sich Silber am Morgen stabil – selbst nach neuen Luftangriffen im Nahen Osten.
Fed-Sitzung als Kurstreiber
Der Markt blickt fast nur auf die Notenbank. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen bei 64,2 Prozent. Für eine Zinserhöhung sprechen sich 35,8 Prozent der Marktteilnehmer aus.
Diese Unsicherheit ist ungewöhnlich hoch für eine Fed-Sitzung. Sie zeigt, wie angespannt die geldpolitische Lage aktuell ist.
Am Dienstag hatte die Nervosität die Kurse bereits belastet. Silber fiel um etwa 2 Prozent auf rund 57 Dollar je Unze. Ein stärkerer Dollar drückte zusätzlich auf den Preis – die US-Währung notierte nahe einem Vier-Wochen-Hoch.
Ein weiterer Faktor kommt von der Fed-Spitze selbst. Citadel Securities erwartet eine Zinserhöhung in dieser Woche. Der Grund laut dem Handelshaus: Fed-Chef Kevin Warsh soll seine Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Inflation stärken. Warsh hatte wiederholt versprochen, die Preisstabilität wiederherzustellen.
Nahost-Konflikt bleibt Risikofaktor
Parallel zur Geldpolitik treibt die Lage im Nahen Osten die Nachfrage nach Silber als sicherem Hafen. Geopolitische Spannungen lassen Investoren traditionell in Edelmetalle flüchten. Der Krieg im Iran hat zudem die Energiepreise nach oben getrieben – das erhöht wiederum den Druck auf die Fed, die Zinsen anzuheben.
Zuletzt sorgten Entspannungssignale für etwas Erleichterung. Silber stabilisierte sich am Dienstag über 58 Dollar je Unze. Präsident Trump hatte erklärt, die USA führten „gute Gespräche“ mit dem Iran zur Beendigung des Konflikts.
Das drückte die Ölpreise und linderte Sorgen über Inflation und Zinserhöhungen. Trump warnte aber gleichzeitig: Die USA seien bereit, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen, sollten die Verhandlungen scheitern.
Charttechnik: Marke bei 55 Dollar im Blick
Auch das Chartbild zeigt Unentschlossenheit. Silber schloss am 29. Juli bei 57,92 Dollar und bildete dabei einen Doji aus. Für Trader ist das ein klassisches Signal für fehlende Richtung.
Nach dem vorherigen Blow-off-Top konsolidiert der Preis nun in einer engen Spanne. Das klingt zunächst harmlos. Häufig ist es aber keine Stärke, sondern nur eine Pause im Abwärtstrend.
Die Dynamik der vergangenen Wochen ist spürbar raus. Käufer agieren vorsichtiger, Verkäufer melden sich zurück. Marktbeobachter richten den Blick deshalb auf die Marke von 55,00 Dollar – fällt Silber darunter, drohe mehr als nur ein kurzer Rücksetzer.
Die politischen Entscheidungsträger erwarten mehrheitlich unveränderte Zinsen. Einige Händler spekulieren dennoch auf eine Erhöhung, die meisten rechnen aber erst im September mit diesem Schritt. Bis zur Verkündung am Nachmittag dürfte sich Silber in einer engen Spanne bewegen – mit dem Risiko kurzfristiger Ausschläge durch neue Nachrichten aus Washington oder dem Nahen Osten.
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