Anhaltende US-Zinsängste belasten heute den Silberpreis: Im Umfeld robuster Inflationsdaten und wieder anziehender Ölpreise beträgt die Tagesveränderung -2,9%. Medienberichten zufolge verstärkt diese Kombination die Sorge vor höheren Zinsen. Damit gerät Silber nach der Erholung vom Vortag erneut unter Druck.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie viel Spielraum die US-Notenbank angesichts des anhaltenden Preisauftriebs hat. Die jüngste Bewegung wird mit diesem geldpolitischen Umfeld in Verbindung gebracht. Sie steht damit im Zusammenhang mit den Belastungsfaktoren der vergangenen Handelstage.
Inflationsdruck begrenzt die Entlastung
Das US Bureau of Economic Analysis meldete am Freitag einen Anstieg des PCE-Preisindex im September um 0,5 % gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Plus 3,6 %. Der Kernindex legte binnen Jahresfrist um 3,1 % zu.
Diese Daten nähren die Befürchtung, dass die Inflation hartnäckig bleibt. Zusammen mit höheren Ölpreisen verstärken sie die Erwartungen einer möglichen Zinserhöhung. Für unverzinsliche Edelmetalle ist das ein belastendes Umfeld.
Der Fed-Beschluss von vor gut einer Woche wirkt dabei nach. Die Notenbank hatte den Leitzins unverändert gelassen. Innerhalb des Ausschusses gab es jedoch auch Stimmen für eine sofortige Anhebung. Medienberichten zufolge schürte das Spekulationen über einen möglichen Zinsschritt im Dezember.
Wie stark der Silbermarkt auf wechselnde Inflationssignale reagiert, zeigte sich gestern. Sinkende Ölpreise milderten die Sorgen und begleiteten eine Erholung. Heute werden wieder anziehende Ölpreise dagegen als Belastungsfaktor genannt.
Konjunkturdaten als nächste Prüfsteine
Neben den Zinssorgen spielten zuletzt auch Verkäufe zur Liquiditätsbeschaffung eine Rolle. Medienberichten zufolge löste der Ausverkauf bei KI- und Technologieaktien am Freitag entsprechende Verkäufe bei Silber aus. Der Rückgang lässt sich deshalb nicht ausschließlich auf die Geldpolitik reduzieren.
Für Anleger sind damit sowohl die Inflationsentwicklung als auch das breitere Marktumfeld relevant. Eine vorübergehende Entspannung beim Ölpreis hat die Zinsbedenken bislang nicht dauerhaft verdrängt.
Am 6. November steht der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober an. Am 25. November folgen die zweite Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts und die PCE-Daten für Oktober. Diese Veröffentlichungen könnten neue Hinweise auf Wachstum und Inflationsdruck liefern. Entscheidend für die Einordnung bleibt, ob sie die Erwartungen höherer Zinsen verstärken oder abschwächen.
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