Der Goldpreis hat am Donnerstag seinen jüngsten Aufwärtstrend fortgesetzt. Sinkende US-Anleiherenditen und moderate Inflationsdaten dämpfen die Erwartung rascher Zinsschritte in den Vereinigten Staaten, was dem Edelmetall wieder Auftrieb verleiht. Nach den deutlichen Verlusten im September mehren sich damit die Anzeichen für eine vorläufige Bodenbildung.
An den Terminmärkten verteuerte sich Gold zur Auslieferung im Dezember um 16,40 Dollar oder 0,4 Prozent auf 4.203,10 Dollar je Unze. Bereits am Vortag hatte der Kurs leicht zugelegt. Entlastung kam vor allem vom US-Rentenmarkt, wo die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihe um etwa 8 Basispunkte nachgab. Zuvor war sie zeitweise auf den höchsten Stand seit April 2002 geklettert.
Nachlassender Zinsdruck beflügelt die Notierungen
Hinter der Entspannung steht vor allem eine Neubewertung der US-Geldpolitik. Überraschend moderate Preisdaten führten dazu, dass an den Terminmärkten die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Federal Reserve im Oktober auf unter 38 Prozent taxiert wird. Für die Sitzung im Dezember gilt ein solcher Schritt allerdings weiterhin als nahezu sicher.
Ein anhaltend starker US-Dollar dämpft den Anstieg des Edelmetalls etwas, da er sich in der Nähe eines Zweimonatshochs bewegt. Zusätzliche Unsicherheit speist sich aus den andauernden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Dies hält das Interesse an Gold als Absicherung wach.
Arbeitsmarktdaten rücken in den Fokus
Am US-Arbeitsmarkt fiel das jüngste Signal stabil aus. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen in der Woche bis zum 26. September unerwartet leicht auf 197.000 zurück, nachdem sie in der Vorwoche revidiert bei 198.000 gelegen hatten.
Die nächste Wegmarke folgt unmittelbar am Freitag mit dem offiziellen monatlichen US-Arbeitsmarktbericht für September. Ökonomen rechnen mit einem Beschäftigungsaufbau von 90.000 Stellen nach 162.000 im August, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,1 Prozent erwartet wird. Diese Zahlen dürften maßgeblich darüber entscheiden, wie viel Spielraum die US-Notenbank für weitere Zinsanhebungen im Herbst tatsächlich sieht.


