Ein Kursanstieg von 47 Prozent an einem einzigen Handelstag— das ist selbst für volatile Small Caps eine Ausnahmeerscheinung. Sivers Semiconductors, schwedischer Spezialist für Photonik und Halbleiter, hat an der Nasdaq Stockholm eine der spektakulärsten Einzeltagsbewegungen des Jahres hingelegt. Der Treiber: Pläne für ein mögliches Zweitlisting an der Nasdaq New York.
US-Listing als Kursmotor
Die Aktie schloss bei 55,95 SEK und katapultierte damit die Jahresperformance auf über 1.200 Prozent. Auslöser war die Ankündigung, eine Notierung an der New Yorker Nasdaq zu prüfen— bei gleichzeitigem Verbleib des Firmensitzes in Schweden. Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem Zugang zum US-amerikanischen Technologiekapitalmarkt und einer breiteren internationalen Investorenbasis.
Der Weg dorthin ist allerdings aufwendig. Sivers muss seine Jahresabschlüsse für 2024 und 2025 nach PCAOB-Standards neu prüfen lassen— dem US-amerikanischen Rechnungslegungsstandard für börsennotierte Unternehmen. Diese Prüfung läuft noch und könnte zu Anpassungen führen: etwa bei der Umsatzverteilung zwischen Perioden, bei Lagerwerten oder bei Aktienoptionsprogrammen. Das Unternehmen betont, dass keine dieser Änderungen wesentliche Auswirkungen auf die Finanzlage hätte.
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Verschobene Termine, laufende Kapitalerhöhung
Die PCAOB-Prüfung zieht den Berichtskalender in die Länge. Der Jahresbericht 2025 erscheint nun am 15. Mai statt wie ursprünglich am 27. April. Die Hauptversammlung wurde von Ende Mai auf den 15. Juni verschoben. Der Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 folgt am 20. Mai.
Parallel läuft eine Kapitalerhöhung. Sivers will rund 125 Millionen SEK vor Kosten einsammeln— über die Ausgabe von 8,62 Millionen neuen Aktien zu je 14,50 SEK. Zu den vorgesehenen Investoren zählen DNB Disruptive Opportunities, DNB Nordic Small Cap und Storebrand Sverigefond. Die außerordentliche Hauptversammlung am 11. Mai soll die gezielte Privatplatzierung absegnen. Bei Zustimmung würden bestehende Aktionäre auf vollständig verwässerter Basis um rund 2,5 Prozent verwässert.
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Regulatorischer Schatten und extreme Bewertung
Die Kursrally hat auch die schwedische Wirtschaftskriminalitätsbehörde auf den Plan gerufen. Ermittler prüfen, ob vertrauliche Informationen zur geplanten US-Notierung vor der offiziellen Ankündigung im April nach außen gedrungen sind. Ein Staatsanwalt untersucht den Verdacht— ein rechtliches Risiko, das die ohnehin komplexe Lage weiter belastet.
Hinzu kommt eine Bewertung, die wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Sivers wird derzeit mit dem 31-fachen Umsatz gehandelt. Zum Vergleich: Der europäische Halbleitersektor kommt im Schnitt auf das 4-fache, vergleichbare Peers auf das 17,5-fache. Für ein noch verlustbringendes Unternehmen bedeutet das: Der Markt preist außergewöhnliches Wachstum ein— getragen vom KI-Boom und der Erwartung eines erfolgreichen US-Listings.
Ob diese Erwartungen fundiert sind, zeigt sich bereits in den nächsten zwei Wochen. Mit dem PCAOB-geprüften Jahresbericht am 15. Mai und den Q1-Zahlen am 20. Mai muss das Management liefern— bevor die Hauptversammlung am 15. Juni über die weitere Richtung entscheidet.
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