Sivers Semiconductors hat den KI-Nerv der Börse getroffen. Die Laserarrays des Unternehmens sollen in Referenzdesigns von GlobalFoundries auf einer Silicon-Photonics-Plattform laufen. Der Kurs reagierte erst extrem stark. Nun rückt eine Lücke in den Blick: Finanzielle Details fehlen.
Am 2. Juni sprang die Aktie um mehr als 50 Prozent und erreichte ein Rekordniveau. In Stockholm wurde sie zeitweise zur meistgehandelten Aktie. Der Börsenumsatz lag bei mehr als 1,3 Milliarden schwedischen Kronen.
Der Hype hat sich damit klar vor die Zahlen geschoben. Am Mittwoch liegt der Kurs bei 8,44 Euro, ein Minus von 3,60 Prozent. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 67,86 Prozent.
GlobalFoundries bringt die KI-Fantasie
Die Laserarrays sollen optische Verbindungen in Rechenzentren stützen. Dazu zählen Co-packaged Optics, lineare steckbare Optiken und neue Interconnect-Lösungen. Genau diese Themen gewinnen im KI-Ausbau an Gewicht.
Sivers bindet die Technik in die Silicon Photonics Co-packaged Advanced Light Engine von GlobalFoundries ein. Diese Plattform kombiniert photonische Bauteile, Wellenlängen-Multiplexing und Advanced Packaging. Das Ziel: mehr Bandbreite pro Fläche und bessere Skalierbarkeit.
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Der adressierte Markt macht die Meldung besonders relevant. Sivers verweist auf einen Markt für steckbare Optiken, der bis 2030 auf 25 Milliarden Dollar zielen soll. Für KI-Rechenzentren zählt jedes Watt und jede Datenverbindung.
Der Haken liegt in der Kommerzialisierung. Sivers nennt keinen Auftragswert, keinen Umsatzplan und keine Mindestabnahme. Damit bleibt offen, wie schnell aus der technischen Platzierung messbarer Umsatz entsteht.
Quartalszahlen setzen die Messlatte
Im jüngsten Quartal erzielte Sivers einen Konzernumsatz von 61,9 Millionen schwedischen Kronen. Das waren 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Der bereinigte EBITDA lag bei minus 13,8 Millionen schwedischen Kronen.
Das Unternehmen verwies auf Währungseffekte und Verzögerungen bei Genehmigungen für Verteidigungsausgaben. Für die Börse zählt nun vor allem, ob die Photonics-Story diese Schwäche überlagern kann.
Im Photonics-Segment fielen die Erlöse auf 17,8 Millionen schwedische Kronen. Der Rückgang lag bei 32 Prozent. Das Segment-EBITDA sank auf minus 7,7 Millionen schwedische Kronen.
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Der Abstand zum Vorjahr ist deutlich. Damals lag der Fehlbetrag beim Segment-EBITDA bei nur minus 0,6 Millionen schwedischen Kronen. Genau hier muss der GlobalFoundries-Impuls später sichtbar werden.
Finanzierung bleibt Teil der Story
Auch die Liquidität gehört zur Bewertung. Sivers meldete zum 31. März verfügbare Mittel von 26,6 Millionen schwedischen Kronen. Der operative Cashflow lag im Quartal bei minus 49,2 Millionen schwedischen Kronen.
Das frische Kapital passt zur aktuellen Phase. Sivers skaliert in einem Markt, der hohe Vorleistungen verlangt. Die Börse honoriert die KI-Chance, schaut aber weiter auf den Finanzierungsbedarf.
Nach dem Quartal schloss Sivers eine zuvor angekündigte gerichtete Aktienemission ab. Sie umfasste 8,62 Millionen Aktien und brachte rund 125 Millionen schwedische Kronen vor Gebühren.
Im Quartal sicherte sich Sivers außerdem eine besicherte Kreditfazilität über 17,0 Millionen Dollar. Sie bestand aus einem Term Loan über 5,0 Millionen Dollar und einem Wandelkredit über 12,0 Millionen Dollar. Mit der Refinanzierung zahlte das Unternehmen bestehende Kredite zurück.
Die Messlatte liegt klar: Sivers muss die Platzierung bei GlobalFoundries in Aufträge, Lieferungen oder Photonics-Wachstum drehen. Gelingt das zeitnah, bekommt die KI-Story Substanz. Ohne sichtbare Umsätze dominiert weiter die Lücke zwischen Rekordkurs und Quartalsbasis.
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