+1.586 Prozent seit Jahresbeginn — und trotzdem fällt die Aktie. Bei Sivers Semiconductors klaffen Kursphantasie und fundamentale Bewertung gerade weit auseinander.
Am Donnerstag gab das Papier des schwedischen Halbleiterspezialisten rund 7,5 Prozent nach und schloss bei 67,92 SEK. Das klingt nach einer Korrektur, ist aber im Kontext der diesjährigen Rally kaum mehr als ein Kratzer. Die Marktkapitalisierung liegt trotzdem bei rund 21,7 Milliarden SEK — ein Niveau, das kritische Beobachter aufhorchen lässt.
Quartalszahlen und der Weg nach New York
Am Freitag veröffentlicht Sivers Semiconductors seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026, gefolgt von einer Telefonkonferenz um 10:00 Uhr. Der Termin kam später als ursprünglich geplant — das Unternehmen arbeitet derzeit an einer Anpassung seiner Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 an die US-amerikanischen PCAOB-Prüfungsstandards. Hintergrund ist die Prüfung eines möglichen Dual-Listings an der Nasdaq New York. Infolgedessen verschob sich der Jahresbericht 2025 auf den 15. Mai 2026, die Hauptversammlung auf den 15. Juni 2026.
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Leerverkäufer wittern ihre Chance
Die explosive Kursentwicklung hat Shortseller angelockt. Laut dem Leerverkaufsregister der schwedischen Finanzaufsicht Finansinspektionen lagen die aggregierten Short-Positionen zum 27. Mai bei 7,23 Prozent des Grundkapitals. Das ist ein klares Signal, dass ein Teil des Marktes die Bewertung für überzogen hält.
Berechtigt ist diese Skepsis zumindest aus Analystensicht: Das einzige erfasste Kursziel liegt bei 6,55 SEK — bei einer aktuellen Notierung von knapp 68 SEK entspricht das einem impliziten Abwärtspotenzial von über 90 Prozent. Der begleitende „Buy“-Empfehlung wirkt vor diesem Hintergrund wie ein Relikt aus einer anderen Kursregion.
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KI-Infrastruktur als Wachstumsstory
Was die Rally überhaupt erst möglich machte: Sivers positioniert sich als Zulieferer für KI-Rechenzentren, konkret mit Hochleistungs-Laserarrays für sogenannte Co-Packaged Optics-Systeme. Partnerschaften mit Jabil für 1,6T-Transceiver-Module, mit Ayar Labs für optische I/O-Lösungen sowie mit POET Technologies, O-Net und Enablence für externe Lichtquellen-Module unterstreichen die Ambitionen. Hinzu kommen mmWave-Transceiver-Kooperationen mit Tachyon Networks.
Ab dem 1. Juni 2026 wird die Aktie in den OMX Stockholm Benchmark Index aufgenommen, eine Aufnahme in den MSCI Small-Cap Index ist ebenfalls geplant. Diese Indexeinschlüsse dürften passives Kapital in die Aktie lenken — und könnten kurzfristig als Gegengewicht zu den Leerverkäufern wirken.
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