Sivers Semiconductors Aktie: 61,9 Millionen SEK Umsatz

Ein schwedischer Portfoliomanager bezeichnet die jüngste Kursrally als unseriös und zweifelt an den Fundamentaldaten des Unternehmens.

Sivers Semiconductors Aktie
Kurz & knapp:
  • Fondsmanager kritisiert Kursrally scharf
  • Umsatz im ersten Quartal gesunken
  • Institutionelle Investoren verkaufen Positionen
  • Aktie notiert weit über Durchschnitt

Ein schwedischer Fondsmanager nennt die Kursrally von Sivers Semiconductors „völlig unseriös“. Das trifft eine Aktie, die nach einem Freitagsverlust von fast 16 Prozent weiterhin auf einem extrem erhöhten Niveau notiert — und deren Fundamentaldaten die Bewertung kaum stützen.

Bråse zweifelt an der Substanz

Richard Bråse, Portfoliomanager des Protean Aktiesparfond Norden, hat die jüngste Kursrally scharf kritisiert. Gegenüber Di TV bezeichnete er die Bewegung als vollkommen unseriös. Sein Vorwurf geht dabei über das bloße Tempo des Anstiegs hinaus: Er wirft dem Management vor, Pressemitteilungen zu nutzen, die keine reale Grundlage hätten, um den Kurs zu stützen.

Der Auslöser für die Rally war unter anderem eine Ankündigung vom 2. Juni. Sivers Semiconductors gab eine strategische Kooperation mit GlobalFoundries für KI-Rechenzentren und optische Verbindungslösungen bekannt. Die Laser-Arrays des Unternehmens sollen GlobalFoundries‘ Silicon-Photonics-Plattform unterstützen. BrÃ¥se hält offenbar wenig davon.

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Zahlen sprechen eine klare Sprache

Die Quartalszahlen liefern wenig Rückenwind. Im ersten Quartal 2026 erzielte Sivers Semiconductors einen Umsatz von 61,9 Millionen SEK — ein deutlicher Rückgang gegenüber 78,9 Millionen SEK im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis war mit minus 41,5 Millionen SEK noch schwächer als die minus 28,3 Millionen SEK aus Q1 2025.

Das Management verweist auf eine Pipeline, die sich seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen Dollar ausgeweitet hat. Als Begründung für den Umsatzrückgang nennt der Vorstand Verzögerungen durch den US-Regierungsstillstand und ausstehende Verteidigungsbudgets. Kein Wunder, dass Anleger die Lücke zwischen Pipeline-Versprechen und Ergebnisrealität skeptisch beäugen.

Institutionelle Verkäufer und Short-Seller

Bråse steht mit seiner Skepsis nicht allein. Cicero Fonder, einst einer der größeren institutionellen Investoren, hat seine gesamte Position aufgelöst. Im Mai verkaufte der Fonds die verbleibenden 1,2 Millionen Aktien. Der Wert des letzten Verkaufspakets lag bei 468 Millionen SEK.

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Hinzu kommt erhebliches Short-Interesse. Laut dem schwedischen Finanzaufsichtsregister Finansinspektionen beliefen sich die gemeldeten Leerverkaufspositionen auf 6,55 Prozent. Aktiv positioniert sind dabei Qube Research & Technologies, Voleon Capital Management und Two Sigma Investments.

Kurs weit über dem Durchschnitt

Trotz des Freitagsverlusts schloss die Aktie bei 6,70 Euro — noch immer 71 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 3,91 Euro. Über 30 Tage liegt das Plus bei knapp 44 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 247 Prozent zeigt, wie extrem die Ausschläge zuletzt waren.

Der nächste konkrete Bewährungstest kommt am 6. August: Dann legt Sivers Semiconductors den Halbjahresbericht 2026 vor. Bis dahin entscheidet sich, ob der Umsatz die Pipeline-Erzählung zu bestätigen beginnt — oder ob Bråses Kritik weiter an Gewicht gewinnt.

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