Sivers Semiconductors aus Kista veröffentlichte heute die Zahlen für das erste Quartal 2026. Das Ergebnis: ein Umsatzrückgang um 22 Prozent — und gleichzeitig ein Auftragsvolumen von fast 800 Millionen Dollar. Der schwedische Halbleiterhersteller steckt in einem Spagat. Kurzfristig drücken Verzögerungen im US-Verteidigungshaushalt die Erlöse. Langfristig wächst die Pipeline rasant, getrieben von KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Rüstungsprojekten.
Umsatz bricht ein, Shutdown wirkt nach
Im ersten Quartal 2026 erzielte Sivers Semiconductors einen Nettoumsatz von 61,9 Millionen Schwedische Kronen. Das entspricht einem Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 78,9 Millionen Kronen. Hauptursache war der US-Regierungs-Shutdown Ende 2025. Die Haushaltssperre verzögerte Verteidigungsbudgets und verschob Vertragsabschlüsse.
Das bereinigte EBITDA fiel auf minus 13,8 Millionen Kronen, nach minus 6,0 Millionen im Vorjahr. Der operative Verlust (EBIT) weitete sich auf minus 41,5 Millionen Kronen aus. Neben den schwachen Erlösen belasteten höhere Ausgaben für Vertriebsressourcen und die Vorbereitungen einer möglichen Zweitnotierung in den USA. Der operative Cashflow lag bei minus 49,2 Millionen Kronen.
799 Millionen Dollar Auftragsvolumen
Trotz der schwachen Quartalszahlen wuchs die Opportunity-Pipeline seit Jahresbeginn um 77 Prozent. Ende März summierte sich das potenzielle Auftragsvolumen auf 799 Millionen Dollar. Die Nachfrage konzentriert sich auf drei Bereiche: KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Verteidigung.
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Am 15. April 2026 gab Sivers eine Kooperation mit Jabil Inc. bekannt. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen ein 1,6T-Linear-Receive-Optical-Transceiver-Modul. Es nutzt Sivers‘ Distributed-Feedback-Laser und soll energieeffiziente optische Verbindungen für Hyperscale-KI-Rechenzentren ermöglichen.
Ein strategischer LiDAR-Kunde plant zudem, die Produktion ab dem vierten Quartal 2026 hochzufahren. Er setzt Sivers‘ Laser und optische Verstärkertechnologie in Automotive- und Industrieanwendungen ein. Das kumulierte Umsatzpotenzial über den Produktlebenszyklus liegt zwischen 53 und 138 Millionen Dollar. Zusätzlich erhielt Sivers im Quartal einen Entwicklungsauftrag von einem führenden US-Rüstungskonzern.
Kapitalspritze und Zweitnotierung
Sivers treibt eine mögliche Zweitnotierung an der Nasdaq New York voran. Dafür musste das Unternehmen seine Finanzberichte für 2024 und 2025 an die Standards des US Public Company Accounting Oversight Board anpassen. Die Prüfung führte zu Anpassungen mehrerer historischer Zahlen. Für das Gesamtjahr 2025 wurde der Nettoumsatz auf 306,6 Millionen Kronen revidiert, das Nettoergebnis auf minus 222,6 Millionen Kronen. Die Korrekturen umfassten Umsatzverschiebungen zwischen Perioden und überarbeitete Bestandsbewertungen. Sie waren der Hauptgrund für die Verschiebung des heutigen Quartalsberichts vom ursprünglich geplanten 20. Mai.
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Um die Expansion zu finanzieren, platzierte Sivers kürzlich eine gerichtete Kapitalerhöhung über rund 125 Millionen Kronen. Die außerordentliche Hauptversammlung am 11. Mai 2026 genehmigte die Emission. Zu den Investoren zählen DNB Disruptive Opportunities, Storebrand Sverigefond und Hudson Bay Capital Management. Der Ausgabepreis lag bei 14,50 Kronen je Aktie.
Am 19. Mai 2026 folgte eine weitere Finanzspritze: 6,6 Millionen Dollar aus dem Microelectronics-Commons-Programm für das Electronic-Warfare-Projekt (EW STAR). Das Projekt läuft über den NEMC Hub und umfasst Kooperationen mit BAE Systems und dem MIT Lincoln Laboratory. Ziel ist die Modernisierung der US-Verteidigungsinfrastruktur.
Die Liquidität ist gesichert. Die Pipeline wächst. Ob die Zweitnotierung gelingt und die Großaufträge tatsächlich kommen, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.
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