Erst der Rekordflug, jetzt der Kater. Bei Sivers Semiconductors werfen zentrale Akteure das Handtuch. Ein Top-Manager und ein Großinvestor haben ihre Positionen vollständig liquidiert. Der Markt reagiert prompt.
Harish Krishnaswamy zieht einen harten Schlussstrich. Der Leiter der Wireless-Sparte hat seinen gesamten Aktienbestand über die Börse in Stockholm verkauft. Das Paket umfasste 1,39 Millionen Papiere. Der Transaktionswert liegt bei rund 8,7 Millionen Euro. Damit hält der Divisionsleiter keine Anteile mehr am eigenen Unternehmen.
Parallel dazu verabschiedet sich ein wichtiges Schwergewicht. Der institutionelle Investor Cicero Fonder stieß seine komplette Position ab. Der Fonds warf 5,75 Millionen Aktien auf den Markt. Das entspricht knapp zwei Prozent des gesamten Grundkapitals. Diese konzertierten Ausstiege belasten das Vertrauen spürbar.
Absturz nach dem Rekordhoch
Die Quittung folgte am Donnerstag auf dem Fuß. Die Aktie rutschte um knapp fünf Prozent auf 7,99 Euro ab. Gewinnmitnahmen waren absehbar. Erst am Mittwoch hatte der Kurs ein neues Jahreshoch bei 10,23 Euro markiert.
Trotz des aktuellen Dämpfers steht auf Monatssicht noch ein Plus von gut 60 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Volatilität bleibt extrem hoch. Technologische Partnerschaften stützen die Fantasie der Käufer. Sivers positioniert sich im Bereich der optischen Datenübertragung.
Verwässerung droht auf der Hauptversammlung
Die nächsten Wochen bergen weiteres Konfliktpotenzial. Am 15. Juni trifft sich das Unternehmen zur ordentlichen Hauptversammlung. Auf der Agenda stehen weitreichende Eingriffe in die Kapitalstruktur. Das Management plant eine Kapitalerhöhung. Diese Maßnahme könnte die bestehenden Anteile um etwa 15 Prozent verwässern.
Hinzu kommen geplante Aktienoptionen. Sie würden eine weitere Verwässerung von zwei Prozent bedeuten. Nach den massiven Insider-Verkäufen dürften Aktionäre diese Pläne scharf kritisieren. Als Gegengewicht dient lediglich die Hoffnung auf das Nvidia-Geschäft. Der US-Konzern will ab dem zweiten Halbjahr 2026 neue Netzwerk-Switches ausliefern. Sivers gilt hier als potenzieller Zulieferer.
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