Knapp 20 Prozent Kursgewinn an einem einzigen Tag — Sivers Semiconductors zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Hinter der Rally steckt mehr als bloße Spekulation: Ein sich zuspitzender Short-Squeeze trifft auf eine strategisch bedeutsame Hauptversammlung.
Nordea dreht die Kostenschraube
Der entscheidende Auslöser kommt aus dem Wertpapierleihe-Markt. Nordea hat die Basiszinsmargen für Short-Produkte auf Sivers Semiconductors drastisch angehoben — in einzelnen Fällen auf bis zu 228,5 Prozent. Grund ist die geringe Liquidität im Leihmarkt.
Das trifft vor allem jene Short-Seller, die nach einem kritischen Bericht von Ningi Research vom 1. Juni 2026 auf fallende Kurse gesetzt haben. Die explodierenden Leihkosten zwingen viele von ihnen, ihre Positionen zu schließen. Jede Eindeckung treibt den Kurs weiter nach oben. Der 14-Tage-RSI von 60,7 deutet darauf hin, dass das Momentum noch nicht überhitzt ist.
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Nasdaq-Listing als Kurstreiber
Parallel läuft eine strategisch wichtige Abstimmung an. Auf der Hauptversammlung am 15. Juni 2026 stimmen die Aktionäre über eine mögliche Zweitnotierung an der Nasdaq New York ab. Die Anmeldefrist endet bereits am 9. Juni.
Das Unternehmen hat seine Jahresabschlüsse 2024 und 2025 bereits nach den Standards des US-amerikanischen PCAOB prüfen lassen. Ein Nasdaq-Listing würde den Zugang zu US-Kapital öffnen und könnte das KI-Photonik-Geschäft höher bewerten lassen. Rückenwind kommt auch von einer am 2. Juni angekündigten Kooperation mit GlobalFoundries. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen Silicon-Photonics-Lösungen für KI-Infrastruktur — in einem Markt, der bis 2030 auf 25 Milliarden Dollar wachsen soll.
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Insider-Verkauf trübt die Stimmung kaum
Harish Krishnaswamy, Managing Director von Sivers Wireless, hat Ende Mai rund 1,39 Millionen Aktien für insgesamt 99,5 Millionen Schwedische Kronen verkauft. Der Markt hat das bislang ignoriert.
Die Kursdynamik der vergangenen Wochen ist bemerkenswert: Innerhalb von sieben Tagen legte die Aktie gut 41 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,27 Euro im März 2026 hat sich der Kurs inzwischen fast verzwanzigfacht. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 250 Prozent — das Papier ist nichts für schwache Nerven.
Klar ist: Die Hauptversammlung am 15. Juni wird zeigen, ob die Aktionäre den Nasdaq-Kurs mittragen. Ein positives Votum dürfte den nächsten Impuls liefern — ein Scheitern der Abstimmung hingegen könnte den Short-Squeeze abrupt beenden.
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