Sivers Semiconductors steht vor richtungsweisenden Tagen. Ein US-Schwergewicht steigt massiv bei den Schweden ein. Parallel dazu sichert sich der Chipentwickler einen Millionenauftrag aus der Rüstungsindustrie. Das bringt Leerverkäufer massiv in Bedrängnis.

US-Großbank baut Position aus

JPMorgan Chase hält nun 5,25 Prozent an Sivers Semiconductors. Zuvor lag der Anteil bei verschwindend geringen 0,4 Prozent. Die Bank sichert sich damit gut drei Prozent der direkten Stimmrechte.

Marktbeobachter werten diesen Schritt als klares Signal. Der Einstieg stützt die geplante Expansion in die Vereinigten Staaten. Sivers bereitet aktuell ein Zweitlisting an der New Yorker Nasdaq vor. Der Konzern will so zu globalen Konkurrenten im KI- und Halbleitersektor aufschließen.

Millionenauftrag trifft auf hohe Short-Quote

Passend dazu meldet das Unternehmen einen neuen Großauftrag. Der Satellitenspezialist ALL.SPACE bestellt Chips für 8,2 Millionen US-Dollar. Diese Bauteile fließen in taktische Terminals für die US-Armee und Marine. Sivers liefert die Technologie bis ins Jahr 2027. Damit gelingt der Sprung von der Entwicklung in die Serienproduktion.

Die positiven Nachrichten treffen auf einen angespannten Markt. Zuletzt waren rund 17 Prozent der frei handelbaren Sivers-Aktien leerverkauft. Die Folge: massiver Druck auf Shortseller. Die Nordea Bank verschärfte die Bedingungen für Leerverkäufe drastisch. Wegen geringer Liquidität stiegen die Margen für bestimmte Short-Zertifikate auf über 150 Prozent. Wetten gegen das Unternehmen werden damit extrem teuer.

Hauptversammlung entscheidet über Kapital

Operativ spürt Sivers noch Gegenwind. Im ersten Quartal 2026 sanken die Umsätze um 22 Prozent. Das Management macht dafür verzögerte US-Verteidigungsbudgets verantwortlich. Dennoch wuchs die Projektpipeline seit Jahresbeginn kräftig an. Sie umfasst nun ein Volumen von fast 800 Millionen Dollar.

Am 15. Juni steht nun ein entscheidendes Datum an. Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre über eine massive Kapitalmaßnahme ab. Der Vorstand will bis zu 53,8 Millionen neue Aktien ausgeben. Dieses Geld soll das Nasdaq-Listing finanzieren und Zukäufe im Photonik-Bereich ermöglichen. Die strengen US-Prüfstandards sind bereits erfüllt. Das deckte zwar höhere historische Verluste auf, macht den Weg nach New York aber endgültig frei.