Mit weitreichenden personellen Veränderungen an der Führungsspitze stellt das schwedische Halbleiterunternehmen Sivers Semiconductors die Weichen für die anstehende kommerzielle Expansion. Das Unternehmen gab am Donnerstag Umbesetzungen in seinen beiden operativen Kernsparten Wireless und Photonics bekannt, um die Organisation auf das erwartete Geschäftswachstum auszurichten.

Neue Impulse für die Geschäftsbereiche

Im Bereich Wireless übernimmt Marc Pegulu zum 28. September 2026 die Position des Managing Director. Pegulu verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im profitablen Ausbau von Produktgeschäften in den Bereichen Hochfrequenztechnik (RF), Drahtlos- und Mixed-Signal-Technologien. Er folgt in dieser Funktion auf Harish Krishnaswamy, der künftig als Chief Strategy Officer (CSO) für die übergeordnete Unternehmensstrategie verantwortlich zeichnet. Krishnaswamy ist Mitgründer des Spezialisten MixComm, den Sivers im Jahr 2021 übernommen hatte.

Auch in der Photonik-Sparte vollzieht sich ein Stabwechsel. David Clark tritt zum 31. Oktober 2026 als VP of Engineering für Photonics an. Er bringt ebenfalls über 25 Jahre Expertise in den Bereichen Photonik, Halbleiter-Packaging, Entwicklungsleitung und Produktmarketing mit.

Clark folgt auf Andrew McKee, der bisherige CTO von Photonics und Mitgründer des 2017 übernommenen Unternehmens CST Global. McKee geht in den Ruhestand, begleitet den geordneten Übergang auf Clark jedoch noch bis zum Ende des Jahres 2026.

Personelle Weichen für industrielle Skalierung

Die Neubesetzungen spiegeln das Bestreben wider, langjährige Management- und Industrieerfahrung für die anstehende Skalierungsphase zu nutzen. Beide Sparten stehen vor zentralen Schritten bei der Überführung von Entwicklungsprojekten in größere Fertigungsvolumina.

Zusätzliche Dynamik erhält die Neuausrichtung durch die Produktionspläne des Konzerns. Vor rund zwei Wochen stellte das Unternehmen eine strategische Investition von $30m in den Ausbau seiner Fertigungsstätte für Indiumphosphid (InP) im schottischen Glasgow vor.

Mit dem Ausbau bereitet sich Sivers auf Produktionsanläufe für Kunden aus den Segmenten optische Netzwerke und Rechenzentren für künstliche Intelligenz vor. Das Erweiterungsprogramm soll im zweiten Halbjahr 2026 anlaufen und im vierten Quartal 2027 betriebsbereit sein, um die Jahreskapazität auf mehr als 100 Millionen CW-DFB-Laser zu steigern.

An den Märkten verlief der Handel zuletzt ruhig. Am Freitag schloss das Papier bei 2,92 Euro mit einem Tagesverlust von 1,0 Prozent. Auf längere Sicht spiegelt der Kursverlauf jedoch die hohen Erwartungen an die Ausbaupläne wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Zuwachs von 652 Prozent.

Ob die neu formierte Führungsmannschaft diese Vorschusslorbeeren operativ einlösen kann, wird sich an den Produktionsfortschritten der kommenden Quartale messen lassen.