Ein Kurssturz von über 66 Prozent seit dem Jahreshoch, dann eine geplante Notierung an einer US-Börse mittendrin – bei Sivers Semiconductors passt gerade wenig zusammen. Der schwedische Chiphersteller kämpft mit hohen Verlusten und Rekord-Volatilität, treibt aber parallel seine internationale Expansion voran.
Am Donnerstag verlor die Aktie 2,88 Prozent und schloss bei 3,44 Euro. Am Mittwoch hatte das Papier noch bei 3,55 Euro gestanden. Auf Wochensicht steht ein Minus von 17,01 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von 59,48 Prozent.
Vom Rekordhoch in den freien Fall
Die Kursbewegungen der vergangenen Monate zeigen eine bemerkenswerte Spannbreite. Am 3. März 2026 markierte die Aktie bei 0,27 Euro ihr 52-Wochen-Tief. Nur drei Monate später, am 3. Juni 2026, folgte mit 10,23 Euro das Jahreshoch – ein Kursanstieg von mehr als dem 37-Fachen.
Seitdem ging es wieder bergab. Aktuell notiert die Aktie 66,33 Prozent unter diesem Hoch und liegt auch 43,89 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 6,14 Euro. Der RSI von 35,0 nähert sich der überverkauften Zone. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 149,45 Prozent gehört zu den höchsten Werten, die man am Markt aktuell findet.
Kurs auf die US-Börse
Sivers Semiconductors entwickelt Chips für 5G-mmWave-Anwendungen und optische Halbleiter. Das Unternehmen bereitet derzeit formal eine mögliche Notierung an einer US-Börse vor. Ziel ist ein breiterer Zugang zu Kapital und eine größere Investorenbasis.
Im Zuge dieser Pläne hat der Konzern Joakim Nideborn und Helena Svancar für den Aufsichtsrat nominiert. Die Aktionäre müssen die Personalien noch bestätigen. Zusätzlich richtet Sivers seine Bilanzierung an den Standards der US-Aufsichtsbehörde PCAOB aus – eine notwendige Voraussetzung für den angestrebten Doppellisting-Schritt.
Verlust trotz neuer Aufträge
Am 13. Mai 2026 veröffentlichte Sivers seinen Jahresbericht für 2025, inklusive Korrekturen an zuvor gemeldeten Zahlen. Der Nettoumsatz lag bei 306,6 Millionen schwedischen Kronen, der Nettoverlust bei 222,6 Millionen Kronen. Diese Anpassungen erfolgten explizit im Rahmen der Vorbereitung auf das mögliche US-Listing.
Operativ meldet das Unternehmen dennoch Fortschritte. Eine Partnerschaft mit Tachyon Networks hat ein Volumen von 1,5 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt eine Kooperation mit Jabil rund um 1,6T-LRO-Transceiver, ein Wachstumsfeld in der Hochfrequenzelektronik und Photonik.
Die Marktkapitalisierung von Sivers liegt derzeit bei rund 1,14 Milliarden Euro. Das Unternehmen bewegt sich damit in einer Phase, in der langfristige Wachstumspläne auf kurzfristigen finanziellen Druck treffen. Ob die Integration der 1,6T-Transceiver-Technologie und die Erfüllung des Tachyon-Vertrags in den kommenden Quartalen für operative Stabilität sorgen, dürfte sich an den nächsten Geschäftszahlen ablesen lassen.
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