SK Hynix hat eine magische Grenze überschritten. Als zweites südkoreanisches Unternehmen überhaupt ist der Chip-Konzern nun mehr als 1.000 Billionen Won wert. Ausländische Investoren treiben den Kurs massiv nach oben.

Allein heute schoss die Aktie um über zehn Prozent auf ein neues Allzeithoch von 1.601.000 Won. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf 136 Prozent.

Die US-Tech-Giganten bauen ihre KI-Rechenzentren rasant aus. Das lockt das Kapital nach Seoul. Ausländische Anleger kauften zuletzt netto Aktien für 3,57 Billionen Won. Das ist der höchste Wert seit sieben Monaten.

Ausverkauft bis ins nächste Jahr

Der Grund für den Ansturm ist simpel. SK Hynix beherrscht 57 Prozent des Marktes für modernen HBM-Speicher. Die neueste Speicher-Generation ist für das laufende Jahr bereits komplett ausverkauft. Sogar die Auftragsbücher für 2027 füllen sich rasant.

Die Folge: Das Unternehmen setzt Premiumpreise durch und steigert seine Gewinnmargen enorm. Die Nachfrage wächst weiter. Künstliche Intelligenz entwickelt sich von reinem Modelltraining hin zu aktiven KI-Agenten. Diese benötigen für Echtzeit-Aufgaben gewaltige Speicherkapazitäten.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 liefert der Konzern erste Muster der nächsten Chip-Generation aus. Analysten korrigierten die Gewinnschätzungen für den südkoreanischen Halbleitersektor im vergangenen Monat um 66 Prozent nach oben.

Konkurrent Samsung schwächelt

Der große Rivale Samsung Electronics hinkt hinterher. Dort droht ein Streik der Gewerkschaften. Die Mitarbeiter fordern einen größeren Anteil an den KI-Gewinnen. Citigroup hat die Prognosen für Samsung deshalb bereits gesenkt.

SK Hynix hat diese Verhandlungen dagegen schon früh erfolgreich abgeschlossen. Diese Stärke verändert den gesamten südkoreanischen Aktienmarkt. Zusammen machen Samsung und SK Hynix nun über 42 Prozent des Leitindex KOSPI aus.

Analysten ziehen derweil zügig nach. Daol Investment & Securities hob das Kursziel auf 2,1 Millionen Won an. KB Securities sieht die Marke von zwei Millionen Won als realistisch.

Die Produktionskapazitäten bleiben vorerst eng begrenzt. Neue Fabriken gehen erst ab 2027 in großem Stil in Betrieb. Parallel dazu signalisiert die Bank of Korea mögliche Zinserhöhungen. Höhere Zinsen belasten historisch die Bewertungen von Wachstumsaktien.