SK Hynix hat am Mittwoch deutlich zugelegt. Die Aktie stieg um 5,5 Prozent auf 1.504.000 Won, nachdem sie tags zuvor noch bei 1.425.000 Won geschlossen hatte. Damit setzt sich eine volatile Phase fort, die den Titel binnen 30 Tagen um 18 Prozent nach unten gedrückt hat – trotz eines Kursgewinns von 131 Prozent seit Jahresbeginn.

Der Grund für die jüngste Erholung liegt in konkreten Signalen zur lange erwarteten Kapitalrückführung. Der Speicherchiphersteller hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass er zusätzliche Maßnahmen zur Steigerung des Shareholder Value „aktiv prüfe“ und Details im dritten Quartal finalisieren werde.

Zugleich kündigte das Unternehmen eine Dividende von 375 Won pro Aktie an. Medienberichten zufolge soll SK Hynix nun gemeinsam mit Samsung Electronics die größten Aktienrückkaufprogramme in der Firmengeschichte vorlegen – die kombinierten Ausschüttungen beider Konzerne könnten 200 Billionen Won übersteigen.

Druck von Investoren nach Kurseinbruch

Die Ankündigungen kommen nicht ohne Vorgeschichte. Vergangene Woche war die Aktie nach Kritik an den aus Anlegersicht zu zurückhaltenden Ausschüttungen trotz historischer Gewinne um 4,88 Prozent eingebrochen.

SK Hynix reagierte mit dem Versprechen, binnen des dritten Quartals konkrete zusätzliche Rückführungsmaßnahmen bekanntzugeben. Berichten zufolge soll das Paket ein Volumen von rund 100 Billionen Won umfassen, davon 40 Billionen Won als Aktienrückkauf – mehr als das Siebenfache des Vorjahreswertes von 14,3 Billionen Won.

Für die Aktie selbst war die Woche turbulent. Am vergangenen Donnerstag brach der Kurs im vorbörslichen Handel an der alternativen Handelsplattform Nextrade kurzzeitig um die tägliche Obergrenze von 30 Prozent ein, bevor er sich in der regulären Sitzung wieder stabilisierte.

Bereits zuvor hatte es einen ähnlichen kurzfristigen Ausschlag gegeben. Solche Bewegungen im Dünnhandel unterstreichen die Nervosität rund um den Titel, spiegeln aber nicht zwangsläufig die fundamentale Lage wider.

Rekordquartal, aber gebremste Preisdynamik

Fundamental steht SK Hynix weiterhin glänzend da. Im zweiten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 79,3 Billionen Won, ein Anstieg von 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein Rekordwert. Der Betriebsgewinn kletterte auf 60,5 Billionen Won, die operative Marge erreichte mit 76 Prozent einen historischen Höchststand.

Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen einen Anstieg der DRAM-Auslieferungen um rund 10 Prozent, getrieben von Serverprodukten, während der Hochlauf der Produktion von HBM4-Speicherchips in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt aufnehmen soll.

Allerdings mahnten mehrere Analysehäuser Anfang August zur Vorsicht: Kiwoom Securities, Mirae Asset Securities, Shinhan Securities und Samsung Securities senkten ihre Kursziele, nachdem sich das Preiswachstum bei DRAM-Chips schwächer entwickelt hatte als zunächst erwartet.

Parallel investiert SK Hynix massiv in neue Kapazitäten: 54 Billionen Won fließen in den Ausbau der Chipfertigung in Südkorea, darunter die neue Fabrik Cheongju M17, deren erster Reinraum im Dezember 2028 eröffnen soll.

Zugleich prüft der Konzern den Verkauf einer Beteiligung an seinem Verpackungswerk in Chongqing, was die Börsenaufsicht bereits zu einer Nachfrage veranlasst hat – eine Entscheidung ist laut Unternehmensangaben noch nicht gefallen.