SK Hynix erlebt einen ereignisreichen Mittwoch. Die Aktie legt im heimischen Handel um 2,42 Prozent auf 1.459.500 Won zu, nachdem sie am Dienstag noch bei 1.425.000 Won geschlossen hatte. Der Erholungsversuch kommt nach einer schwachen Phase: Auf Sicht von 30 Tagen liegt das Papier immer noch fast 21 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn steht aber ein Plus von rund 125 Prozent.

Kioxia-Beteiligung sorgt für neue Machtverhältnisse

Der Speicherchip-Hersteller ist durch die Wandlung einer Wandelanleihe zum größten Anteilseigner des japanischen NAND-Herstellers Kioxia aufgestiegen. Die Beteiligung wuchs auf 14,19 Prozent, während der bisherige Großaktionär Toshiba auf 14,12 Prozent zurückfiel.

Kioxia kommt im NAND-Markt aktuell auf einen Anteil von 14 Prozent und belegt damit Platz drei der Branche. Eine Managementkontrolle kann SK Hynix aus regulatorischen Gründen bis 2028 jedoch nicht ausüben – die Beteiligung bleibt zunächst strategischer Natur, nicht operativ.

Rekordquartal treibt Diskussion über Aktionärsrenditen

Der Hintergrund für die Debatte um Kapitalrückführungen liegt in den jüngsten Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal erzielte SK Hynix einen Umsatz von 79,3 Billionen Won, ein Anstieg von 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Der operative Gewinn lag bei 60,5 Billionen Won, die operative Marge bei 76 Prozent. Getrieben wird das Wachstum von steigenden Preisen für DRAM und NAND sowie dem Start der Massenproduktion von HBM4-Speicherchips für KI-Anwendungen.

Vor diesem Hintergrund rechnen Analysten mit erheblichen Ausschüttungen. Samsung Securities geht davon aus, dass SK Hynix in diesem Jahr 57 Billionen Won und im kommenden Jahr 120 Billionen Won an Aktionäre zurückgeben könnte. Mirae Asset Securities kalkuliert für 2026 mit einem freien Cashflow von 180 Billionen Won und einem Netto-Cash-Bestand von 173 Billionen Won.

Nach Abzug einer Rücklage von 100 Billionen Won verbleiben demnach 70 bis 80 Billionen Won, von denen die Hälfte an Aktionäre fließen könnte – Mirae Asset nennt eine mögliche Dividendenrendite von bis zu 3,9 Prozent und ein Kursziel von 2,8 Millionen Won mit Kaufempfehlung. Eine offizielle Ankündigung könnte laut Berichten Ende August erfolgen, gemeinsam mit Samsung Electronics, das ebenfalls Rekord-Ausschüttungen prüft.

Bewertung bleibt trotz Kurserholung moderat

Trotz der starken Zahlen notiert SK Hynix mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,6 weiterhin deutlich günstiger als Konkurrenten wie Kioxia mit 106,6 oder Micron mit 18,3. Globale Investoren wie Temasek, ADIA und die norwegische Norges Bank haben zuletzt verstärkt Interesse an koreanischen Halbleiterwerten gezeigt.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt: Der aktuelle Kurs liegt gut 51 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, das am 25. Juni erreicht wurde, aber weit über dem 52-Wochen-Tief von 319.000 Won vom vergangenen September.

Der 14-Tage-RSI von 40,5 signalisiert keine Überkaufsituation – nach der jüngsten Korrektur bleibt damit Spielraum nach oben, sollte sich die Aussicht auf hohe Kapitalrückführungen tatsächlich in einer konkreten Ankündigung materialisieren.